Was sollte jedes Jahr am Haus kontrolliert werden?
Aktualisiert: 2026-10-06 · 5 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion
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Die Antwort im Detail
Ein jährlicher Hauscheck ist keine vollständige technische Prüfung. Er hilft dir, sichtbare Veränderungen früh zu erkennen und Wartungstermine nicht zu vergessen. Geh am besten einmal im Jahr in Ruhe durch Haus oder Wohnung und notiere Auffälligkeiten mit Datum und Foto. So kannst du später vergleichen, ob sich ein Schaden verändert.
Wie oft eine Anlage professionell gewartet werden muss, richtet sich nach ihrer Art, den Herstellerangaben und dem Zustand. Auch Wetter, Alter und Bauweise spielen eine Rolle. Bei einem Neubau, nach einer Sanierung oder bei bekannten Schäden kann ein anderer Prüfrhythmus sinnvoll sein.
Was dahintersteckt
Viele größere Schäden beginnen mit kleinen Hinweisen: einer feuchten Stelle, einer gelösten Dichtung oder einer Dachrinne, die Wasser überlaufen lässt. Eine Sichtkontrolle ersetzt keine Wartung und findet nicht jeden verdeckten Mangel. Sie hilft aber, Veränderungen zu bemerken und rechtzeitig einzuordnen.
Was kann ich selbst tun?
Jährlicher Hauscheck Schritt für Schritt
Du brauchst: Taschenlampe, Notizblock oder Handy für Fotos und bei Bedarf ein Tuch. Eine Leiter ist für diesen Check nicht nötig.
- Plane den Rundgang. Wähle einen hellen, trockenen Tag. Geh innen und außen in Ruhe durch und notiere, wo du etwas Auffälliges siehst. Klettere nicht aufs Dach und arbeite nicht von einer Leiter aus.
- Sieh dir Dach und Dachrinne vom Boden aus an. Achte auf sichtbar verrutschte oder beschädigte Teile, Verformungen, Bewuchs und Stellen, an denen Wasser überlaufen könnte. Ein Blick vom Fenster aus ist nur dann sinnvoll, wenn er sicher möglich ist.
- Prüfe Fassade, Sockel und Kellerwände. Achte auf neue Risse, abplatzenden Putz, Verfärbungen, feuchte Stellen oder Wasser, das sich am Gebäude sammelt. Beurteile einen Riss nicht allein nach einem Foto; wichtig sind unter anderem Verlauf und Veränderung.
- Kontrolliere Fenster und Außentüren. Öffne und schließe sie. Achte auf schwergängige Beschläge, beschädigte Dichtungen, Zugluft oder Feuchtigkeit am Rahmen. Reinige sichtbare Abläufe nur, wenn du sie ohne Ausbau und sicher erreichen kannst.
- Suche nach Hinweisen auf Wasserlecks. Schau unter Spülen und Waschbecken, an sichtbaren Leitungen und rund um Geräteanschlüsse nach Tropfen, Rostspuren oder feuchten Stellen. Fasse keine elektrischen Geräte oder Steckdosen an, wenn es dort nass ist.
- Prüfe Rauchmelder nach Anleitung. Nutze die vorgesehene Prüftaste und beachte die Hinweise des Herstellers zu Reinigung und Batterien. Bei einem Signalton oder einer Störung folge der Anleitung; überbrücke den Melder nicht.
- Achte auf Anlagen und ungewöhnliche Veränderungen. Notiere auffällige Geräusche, Gerüche, häufige Störungen oder neue Anzeigen an der Heizung. Öffne keine Geräteverkleidung und verändere keine Einstellungen, die du nicht kennst.
- Vergleiche und hake nach. Vergleiche deine Notizen und Fotos mit dem Vorjahr. Vereinbare nötige Wartungs- oder Prüftermine und kontrolliere später, ob die Auffälligkeit behoben wurde.
Stopp, wenn du aufs Dach steigen, in einen Schacht klettern, an elektrischen Teilen arbeiten oder eine Gasleitung beziehungsweise Heizung öffnen müsstest. Bei Gasgeruch verlasse den Gefahrenbereich und verständige den zuständigen Notdienst; betätige im betroffenen Bereich keine Schalter.
Typische Fehler
- Dach, Rinne oder Fassade von einer unsicheren Leiter aus prüfen.
- Eine feuchte Stelle überstreichen, ohne die Ursache zu klären.
- Risse oder wiederkehrende Lecks nur beobachten, obwohl sie sich verändern.
- Wartung und gesetzlich erforderliche Prüfungen mit einer eigenen Sichtkontrolle verwechseln.
- Auffälligkeiten nicht dokumentieren und dadurch Veränderungen übersehen.
Wann sollte ein Fachbetrieb kommen?
Hol eine passende Fachkraft hinzu, wenn sich Risse vergrößern, Wasser eindringt, Feuchtigkeit wiederkehrt oder Bauteile sichtbar locker beziehungsweise beschädigt sind. Auch bei Störungen, ungewöhnlichem Geruch oder auffälligen Geräuschen an Heizung, Elektro- oder Gasanlagen solltest du nicht selbst in die Anlage eingreifen. Für Arbeiten an der festen Elektroinstallation, am Sicherungskasten und an Gasgeräten sind Fachleute zuständig. Bei einem möglichen statischen Problem kann eine sachkundige Beurteilung nötig sein.
Was kann die Reparatur kosten?
Die Kosten hängen davon ab, welches Bauteil betroffen ist, wie gut es zugänglich ist und ob nur eine Kleinigkeit oder ein größerer Schaden behoben werden muss. Eine einfache Wartung ist meist deutlich weniger aufwendig als eine Reparatur mit Gerüst, Ersatzteilen oder Arbeiten an verdeckten Bauteilen. Region, Objektzustand und Marktlage beeinflussen die Kosten. Lass dir bei größeren Arbeiten mehrere Angebote geben und kläre vorab, was enthalten ist.
Kann dadurch etwas beschädigt werden?
Ein früher Hinweis kann helfen, Folgeschäden zu begrenzen. Umgekehrt kann ein Schaden größer werden, wenn du ihn überdeckst oder eine Anlage trotz wiederkehrender Störung weiterbetreibst. Bei Wasser in der Nähe elektrischer Teile, sichtbaren Schäden an tragenden Bauteilen oder Gasgeruch gilt: Abstand halten und fachkundige Hilfe holen.
Hinweis für Mieter:innen
Du kannst sichtbare Auffälligkeiten dokumentieren und der Vermietung oder Hausverwaltung melden. Wartung und Reparaturen an gemeinschaftlichen oder fest eingebauten Anlagen sind in der Regel nicht deine Aufgabe. Wer Kosten trägt, hängt vom Einzelfall und den vertraglichen Regelungen ab; das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Häufige Fragen
Muss ich wirklich jedes Jahr alle Bauteile prüfen?
Ein jährlicher Rundgang ist ein sinnvoller Rhythmus für eine allgemeine Sichtkontrolle, aber keine starre Regel für jedes Bauteil. Herstellerangaben, Zustand, Alter und frühere Schäden können häufigere oder fachkundige Kontrollen erfordern.
Was sollte ich bei einem älteren Haus zusätzlich beachten?
Achte besonders auf wiederkehrende Feuchte, veränderte Risse, Schäden an Dach und Anschlüssen sowie häufige Störungen von Anlagen. Bei konkreten Auffälligkeiten sollte eine Fachkraft den Zustand beurteilen, statt nur häufiger selbst hinzusehen.
Reicht der jährliche Check als Wartung der Heizung?
Nein. Der Rundgang erfasst nur sichtbare Hinweise und ersetzt keine Wartung oder vorgeschriebene Prüfung. Maßgeblich sind die Herstellerangaben und die Anforderungen, die für die jeweilige Anlage gelten.
Sollte ich den Rundgang dokumentieren?
Ja. Datum, Fotos und kurze Notizen erleichtern den Vergleich im nächsten Jahr und helfen, einen Mangel gegenüber Vermietung, Verwaltung oder Fachbetrieb konkret zu beschreiben.



