Haus-Check: Was du jährlich kontrollieren solltest
Aktualisiert: 2026-10-06 · 13 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Haus-Check ist eine regelmäßige Sicht- und Funktionskontrolle. Er ersetzt weder vorgeschriebene Wartungen noch eine fachliche Prüfung.
- Geh mindestens einmal im Jahr systematisch durch Haus und Grundstück. Kontrolliere zusätzlich nach starkem Unwetter, längerer Abwesenheit oder auffälligen Veränderungen.
- Viele einfache Beobachtungen kannst du selbst erledigen. Steig dafür nicht aufs Dach und öffne keine elektrischen Anlagen, Gasgeräte oder Heizkessel.
- Notiere Auffälligkeiten mit Datum und Foto. So lassen sich Veränderungen besser beurteilen und Fachleute gezielter beauftragen.
- In einer Mietwohnung meldest du Schäden und sicherheitsrelevante Auffälligkeiten zeitnah der Vermietung. Eigentümer:innen müssen Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben für ihr Objekt organisieren.
Was gehört zu einem jährlichen Haus-Check?
Ein Haus-Check ist eine Bestandsaufnahme. Du gehst Bauteile und Anlagen in einer festen Reihenfolge durch und achtest auf sichtbare Veränderungen, Feuchtigkeit, ungewöhnliche Geräusche oder nachlassende Funktion. Ziel ist nicht, jedes Bauteil selbst zu reparieren. Es geht darum, Probleme früh zu bemerken und passende nächste Schritte zu planen.
Der Check ist nicht automatisch eine gesetzliche Pflicht und ersetzt keine Wartung nach Herstellerangaben, keine Prüfung durch Fachleute und keine behördlich vorgeschriebenen Kontrollen. Welche Anforderungen gelten, hängt unter anderem von Gebäude, Anlage, Nutzung und Landesrecht ab. Bei Unsicherheit helfen die Unterlagen zum Haus, die zuständige Behörde oder ein qualifizierter Fachbetrieb weiter.
Plane für die Runde ausreichend Zeit ein und arbeite bei Tageslicht. Du brauchst meist nur eine Taschenlampe, ein Notizbuch oder ein digitales Dokument und gegebenenfalls ein Maßband. Ein Fernglas kann helfen, Dach und Schornstein vom Boden aus zu betrachten. Nimm keine Leiter für schwer zugängliche Bereiche und öffne keine Verkleidungen oder Anlagen, um dahinter nachzusehen.
So dokumentierst du Auffälligkeiten
Lege für das Haus eine einfache Übersicht an. Notiere darin:
- Datum und betroffenen Raum oder Gebäudeteil
- was genau aufgefallen ist und ob es sich verändert
- mögliche Zusammenhänge, etwa Regen, Frost, Heizung oder längere Abwesenheit
- Fotos aus möglichst gleicher Perspektive
- wen du informiert oder mit einer Prüfung beauftragt hast
Einzelne Flecken, Geräusche oder Risse erlauben für sich genommen oft keine sichere Diagnose. Verlauf und Lage sind wichtige Hinweise. Bei einer akuten Gefahr, starkem Wassereintritt oder rasch zunehmenden Schäden wartest du nicht bis zur nächsten Jahreskontrolle.
Außenbereich und Gebäudehülle
Die Gebäudehülle schützt vor Regen, Wind und Wärmeverlust. Prüfe sie ohne Kletterarbeiten und ohne Bauteile abzubauen.
Dach und Dachentwässerung
Betrachte das Dach von sicherem Boden aus. Achte auf verrutschte oder beschädigte Dachziegel, auffällige Verformungen, lose Bleche und sichtbare Schäden an Dachfenstern oder Anschlüssen. Kontrolliere nach Sturm auch den Boden rund ums Haus auf herabgefallene Teile. Eine Sichtkontrolle vom Boden kann verdeckte Schäden nicht ausschließen.
Prüfe Dachrinnen und Fallrohre auf sichtbare Verstopfungen, Pflanzenbewuchs, lose Verbindungen und Überlaufen. Steige dafür nicht auf eine Leiter oder aufs Dach. Wenn die Rinne nur aus der Höhe erreichbar ist, beauftrage eine geeignete Fachkraft. Eine verstopfte Entwässerung kann dazu führen, dass Wasser an der Fassade herunterläuft oder in Gebäudeteile eindringt.
Fassade, Sockel und Anschlüsse
Geh einmal um das Gebäude. Achte auf neue oder größer werdende Risse, abplatzenden Putz, lose Verkleidungen, dunkle oder dauerhaft feuchte Stellen und sichtbare Schäden an Fugen. Beobachte auch den Sockelbereich und die Stellen, an denen Fallrohre, Fensterbänke oder Leitungen durch die Fassade führen.
Kleine Veränderungen solltest du dokumentieren und später vergleichen, statt sie vorschnell zu überstreichen. Dringt Wasser ein, löst sich Material oder verändert sich ein Riss deutlich, lass die Ursache fachlich beurteilen. Bei Rissen an tragenden Bauteilen oder auffälligen Verformungen ist ein statischer Zusammenhang möglich; frag dann eine qualifizierte Fachperson, gegebenenfalls eine:n Statiker:in.
Fenster, Außentüren und Balkone
Kontrolliere Fenster und Außentüren auf sichtbare Schäden, undichte Stellen, schwergängige Beschläge und beschädigte Dichtungen. Achte nach Regen auf Feuchtigkeit an Rahmen und Laibung. Prüfe Balkon- und Terrassentüren ebenfalls auf ihre Funktion. Bei Balkonen gehören lose Bauteile, Schäden am Geländer und auffällige Abläufe zu den Punkten, die du ernst nehmen solltest.
Einfache Pflege und eine Sichtprüfung kannst du selbst übernehmen. Wenn ein Fenster klemmt, findest du eine passende Anleitung im Detailratgeber zum Fenster einstellen. Verformte Rahmen, gebrochene Beschläge oder Feuchtigkeit im Bauteil sind dagegen ein Fall für Vermietung oder Fachbetrieb. Entferne keine Verkleidungen, um Anschlüsse freizulegen.
Grundstück und Entwässerung
Schau nach, ob Regenwasser sichtbar vom Gebäude weggeleitet wird und ob Abläufe frei von grobem Laub oder Schmutz sind. Achte auf Senken, dauerhaft nasse Bereiche nahe am Haus und Wasser, das bei Regen an ungewöhnlichen Stellen steht. Veränderte Wasserstände oder wiederkehrende Vernässung können auf ein Entwässerungsproblem hindeuten.
Räume nur frei zugängliche Abläufe oberflächlich von losem Laub frei. Öffne keine Schächte, in die du hineinsteigen müsstest. Grabe nicht auf Verdacht nahe Leitungen oder am Fundament. Bei Rückstau, wiederkehrendem Wasser im Keller oder unbekannten Leitungsverläufen sollte die Ursache fachlich geprüft werden.
Heizung, Lüftung und Warmwasser
Prüfe, ob die Räume wie gewohnt warm werden und ob die Anlage ungewöhnliche Geräusche, Gerüche oder Fehlermeldungen zeigt. Notiere sichtbare Anzeigen, ohne Einstellungen am Kessel zu verändern. Schau in die Bedienungsunterlagen, welche Wartung vorgesehen ist und welche Meldungen eine Fachkraft erfordern.
Bei einer Heizungsanlage können Druck, Verbrennung und Abgasführung sicherheitsrelevant sein. Öffne den Kessel nicht und verändere keine technischen Einstellungen, wenn du dazu nicht ausdrücklich qualifiziert bist. Wartung und Reparaturen an Gasgeräten und Eingriffe in die Anlage gehören in die Hände eines Fachbetriebs.
Kontrolliere frei zugängliche Heizkörper auf Rost, Feuchtigkeit und ungewöhnliche Geräusche. Wenn ein Heizkörper gluckert oder nicht gleichmäßig warm wird, kann Entlüften helfen. Das ist eine einfache Routinearbeit, aber nur, wenn du die Anleitung zur Anlage beachtest und kein ungewöhnlicher Druckverlust oder eine Undichtigkeit vorliegt. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Heizkörper entlüften erklärt die sichere Vorgehensweise. Stopp, wenn Wasser austritt, ein Ventil beschädigt wirkt oder du nicht weißt, wie deine Anlage danach korrekt geprüft wird.
Bei Lüftungsanlagen prüfst du nur zugängliche Filter und Anzeigen nach Herstellerangaben. Schalte die Anlage vor einer einfachen Filterkontrolle so aus, wie es die Bedienungsanleitung vorsieht. Öffne keine elektrischen Komponenten und verändere keine Einstellungen, deren Funktion du nicht kennst. Bei anhaltendem Ausfall, ungewöhnlichen Geräuschen oder wiederkehrender Feuchte sollte ein Fachbetrieb die Ursache prüfen.
Wasserleitungen, Bad und Küche
Kontrolliere sichtbare Leitungen, Eckventile und Anschlüsse unter Spüle und Waschbecken auf Tropfen, Rost, Kalkspuren oder feuchte Schränke. Prüfe auch, ob Wasserhähne und Spülungen wie gewohnt funktionieren und ob Abläufe langsam ablaufen. Ein unangenehmer Geruch oder wiederkehrendes Gluckern kann ebenfalls ein Hinweis sein.
So prüfst du einen zugänglichen Anschluss sicher:
- Räume den Bereich unter dem Becken frei und trockne sichtbare Oberflächen mit einem Tuch.
- Leuchte Anschlüsse und Leitungen mit einer Taschenlampe aus. Berühre nichts, was heiß ist oder unter Druck steht.
- Lass kurz Wasser laufen und beobachte, ob an den zugänglichen Verbindungen Tropfen entstehen.
- Kontrolliere den Schrankboden später erneut. Notiere, wo und wann Feuchtigkeit auftritt.
- Bei einem Leck nutze nur dann ein zugängliches Absperrventil, wenn du es sicher erkennst und bedienen kannst. Informiere anschließend die zuständige Person oder einen Fachbetrieb.
Bei einer verstopften, zugänglichen Ablaufgarnitur kannst du den Siphon reinigen, wenn er sich gefahrlos erreichen lässt und du weißt, wie er wieder dicht montiert wird. Stelle einen Eimer unter und verwende keine aggressiven Mittel zusammen mit anderen Reinigern. Wenn der Siphon fest sitzt, Leitungen beschädigt sind oder Wasser aus der Wand kommt, brich ab.
Elektro, Rauchwarnmelder und Brandschutz
Bei der Elektroinstallation beschränkst du dich auf gefahrlose Sichtkontrollen. Achte auf beschädigte Kabel, lose Steckdosen, Schmorgeruch, ungewöhnliche Wärme oder wiederholt auslösende Schutzschalter. Öffne keine Steckdosen, Verteilerdosen oder den Sicherungskasten und führe keine Reparaturen an der festen Installation aus. Bei solchen Auffälligkeiten ist eine Elektrofachkraft zuständig.
Du darfst die Prüftaste eines FI-Schutzschalters nur nach Herstellerangaben und dann betätigen, wenn du weißt, welche Geräte dadurch abgeschaltet werden. Funktioniert die Prüfung nicht wie beschrieben oder lässt sich der Schalter nicht wieder einschalten, lass die Anlage prüfen. Die Prüftaste ist keine Anleitung, den Sicherungskasten zu öffnen.
Kontrolliere Rauchwarnmelder nach der jeweiligen Bedienungsanleitung. Prüfe, ob sie sichtbar beschädigt sind und ob die Testfunktion wie beschrieben reagiert. Entferne oder überbrücke sie nicht. Anforderungen und Zuständigkeiten für Rauchwarnmelder können sich je nach Bundesland und Miet- oder Eigentumssituation unterscheiden. Bei Unsicherheit prüfst du die örtlichen Vorgaben und klärst die Zuständigkeit mit Vermietung oder Verwaltung.
Halte Fluchtwege frei und achte darauf, dass Außentüren und Fenster, die als Rettungswege vorgesehen sind, nicht blockiert sind. Bei Gasgeruch, Rauch oder einem Brand verlässt du den Gefahrenbereich und alarmierst den zuständigen Notruf. Suche nicht selbst nach einer Leckstelle und betätige keine elektrischen Schalter, wenn Gasgeruch besteht.
Innenräume: Feuchte, Risse und Oberflächen
Kontrolliere Keller, Bad, Küche und wenig genutzte Räume besonders aufmerksam. Achte auf muffigen Geruch, Kondenswasser, abblätternde Farbe, dunkle Flecken, aufgequollene Fußleisten und feuchte Stellen. Prüfe auch, ob sich Türen oder Fenster seit dem letzten Check verändert haben oder ob neue Risse sichtbar sind.
Einzelne Feuchtemessungen oder Verfärbungen reichen nicht immer für eine Diagnose. Notiere Ort, Ausdehnung und Veränderung und beobachte, ob die Auffälligkeit nach Regen, beim Heizen oder nach dem Duschen auftritt. Lüften und Heizen können im Alltag helfen, ersetzen aber keine Ursachenklärung, wenn Feuchte wiederkehrt oder sich ausbreitet. Bei Schimmelverdacht findest du im Detailratgeber zu Schimmel weitere Hinweise zur sicheren Einordnung.
Bei Rissen fotografierst du die Stelle mit einem Maßstab im Bild und vergleichst sie später aus gleicher Perspektive. Kratze nicht an verdächtigen Baustoffen und bohre nicht zur Untersuchung hinein. Wenn ein Riss deutlich wächst, durch mehrere Bauteile läuft oder mit Verformungen einhergeht, sollte eine fachkundige Person die Ursache beurteilen.
Schritt für Schritt: Den Haus-Check organisieren
- Unterlagen bereitlegen. Suche Bedienungsanleitungen, Wartungsnachweise, frühere Fotos und Notizen heraus. So kannst du aktuelle Beobachtungen mit dem Zustand der Vorjahre vergleichen.
- Außen beginnen. Geh bei Tageslicht um das Gebäude. Prüfe Dach und Rinnen nur vom Boden aus, danach Fassade, Fenster, Türen und sichtbare Entwässerung.
- Anlagen ansehen. Lies Anzeigen ab und achte auf Lecks, ungewöhnliche Geräusche, Fehlermeldungen und Gerüche. Bediene oder öffne nichts, dessen sichere Funktion du nicht kennst.
- Innenräume prüfen. Geh Keller, Wohnräume, Bad und Küche durch. Achte auf Feuchte, Gerüche, Risse und Veränderungen an Türen oder Fenstern.
- Ergebnisse einordnen. Trenne unauffällige Beobachtungen von Punkten, die du weiter beobachten, melden oder fachlich prüfen lassen musst.
- Aufgaben planen. Erledige nur sichere, einfache Pflegearbeiten selbst. Vereinbare erforderliche Wartung und lass Schäden nicht allein aufgrund eines Fotos beurteilen.
- Nachkontrolle festlegen. Bei einer kleinen, nicht akuten Auffälligkeit notierst du, wann du sie erneut ansehen willst. Bei rascher Verschlechterung oder Gefahr wartest du nicht ab.
Eine gute Orientierung bietet auch eine Jahresübersicht: Nach dem Winter fallen oft Schäden an Außenflächen und Entwässerung auf. Vor der Heizperiode ist es sinnvoll, Heizkörper, Regelung und sichtbare Anlagenanzeigen zu kontrollieren. Nach starkem Wind oder Starkregen prüfst du Gebäude und Grundstück zeitnah vom sicheren Standpunkt aus. Das sind praktische Anlässe, keine für jedes Haus identischen Pflichttermine.
Kosten im Überblick
Die reine Sichtkontrolle verursacht meist wenig Aufwand, wenn du sie selbst durchführst und keine Hilfsmittel beschaffen musst. Kosten entstehen eher, wenn Wartung, Reinigung, Reparatur oder eine gezielte Untersuchung nötig werden.
Die Höhe hängt unter anderem davon ab, welches Bauteil betroffen ist, wie gut es erreichbar ist, ob ein einzelner Mangel oder ein größerer Schaden vorliegt und welche Arbeiten zusätzlich erforderlich sind. Für Arbeiten in der Höhe, an technischen Anlagen oder bei möglichen Schäden an der Gebäudehülle ist der Aufwand häufig spürbar höher als für einfache Pflegearbeiten. Region, Objektzustand und Marktlage spielen ebenfalls eine Rolle.
Beschreibe bei Anfragen möglichst genau, was du beobachtet hast, seit wann es auftritt und ob Fotos oder frühere Wartungsunterlagen vorliegen. Bei nicht dringenden Arbeiten ist es sinnvoll, mehrere Angebote einzuholen und Leistungsumfang, Anfahrt, Diagnose und mögliche Zusatzarbeiten zu vergleichen. Förderprogramme für bestimmte energetische Maßnahmen können sich ändern; prüfe aktuelle Bedingungen, bevor du eine Maßnahme beauftragst.
Typische Fehler
- Nur nach sichtbaren Schäden suchen: Auch Gerüche, Geräusche, langsame Abläufe und veränderte Funktion können Hinweise sein.
- Auf Dach oder Leiter steigen: Ein Haus-Check rechtfertigt kein unnötiges Absturzrisiko. Betrachte schwer erreichbare Bereiche vom Boden aus und beauftrage bei Bedarf Fachleute.
- Auffälligkeiten sofort überstreichen: Dadurch können Verlauf und Ursache schwerer zu erkennen sein. Dokumentiere die Stelle zuerst.
- Warnzeichen selbst reparieren wollen: Arbeiten an Gas, Elektroinstallation, Heizkessel, tragenden Bauteilen oder Schadstoffen sind keine Heimwerkeraufgaben.
- Wartung mit Sichtprüfung verwechseln: Ein kurzer Rundgang ersetzt keine Wartung nach Herstellerangaben oder vorgeschriebene Prüfungen.
- Mängel nicht festhalten: Ohne Datum und Vergleich ist schwer zu erkennen, ob sich ein Schaden verändert.
- Zu lange abwarten: Bei Wassereintritt, Schmorgeruch, Gasgeruch, rasch wachsenden Rissen oder einer akuten Gefahr ist eine zeitnahe Reaktion nötig.
Wann ist ein Fachbetrieb nötig?
Hol fachkundige Hilfe, wenn du eine Ursache nicht sicher einordnen kannst, Schäden wiederkehren oder sich sichtbar vergrößern. Das gilt besonders bei Wassereintritt, starkem oder wiederkehrendem Schimmelbefall, ungewöhnlichen Verformungen und Rissen an tragenden Bauteilen.
Eine Elektrofachkraft ist bei Schäden an der festen Installation, Schmorgeruch, heißen oder beschädigten Bauteilen und wiederholt auslösenden Schutzschaltern gefragt. Arbeiten an Gasgeräten, Abgaswegen und Heizkesseln gehören in die Hände eines geeigneten Fachbetriebs. Bei Verdacht auf Asbest oder andere Schadstoffe bearbeitest du das Material nicht selbst und holst fachliche Einschätzung ein. Bei möglichen statischen Problemen sollte eine qualifizierte Fachperson, gegebenenfalls ein:e Statiker:in, prüfen.
Auch schwer zugängliche Dachbereiche, lose Bauteile in der Höhe und Entwässerungsprobleme, die du nicht sicher erreichen kannst, sind kein Fall für eine riskante Eigenkontrolle. Im Zweifel beschreibst du die Beobachtung und fragst gezielt nach einer Prüfung, statt selbst Bauteile zu öffnen oder abzubauen.
Hinweis für Mieter:innen
Mieter:innen können die Wohnung und frei zugängliche Bereiche auf Auffälligkeiten prüfen, sollten Schäden aber zeitnah der Vermietung oder Verwaltung melden. Reparaturen an Gebäudeteilen und technischen Anlagen darfst du nicht einfach selbst beauftragen, wenn dafür eine Zustimmung erforderlich ist. Wer für eine Wartung oder Reparatur zuständig ist, hängt von Mietvertrag, Art der Arbeit und den geltenden Regeln ab. Bei Gefahr informierst du sofort die zuständige Stelle und rufst, falls nötig, den Notruf.
Häufige Fragen
Ist ein jährlicher Haus-Check vorgeschrieben?
Ein allgemeiner Rundgang mit einer festen jährlichen Checkliste ist nicht automatisch vorgeschrieben. Für einzelne Anlagen oder Bauteile können jedoch Wartungs-, Prüf- oder Verkehrssicherungspflichten gelten. Das hängt von der Anlage, Nutzung und den maßgeblichen Vorschriften ab. Prüfe die Unterlagen zum Gebäude und frage bei Unklarheiten Fachbetrieb oder zuständige Behörde.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Haus-Check?
Wähle einen trockenen, hellen Tag, an dem du Außenbereiche sicher überblicken kannst. Viele Eigentümer:innen legen den ausführlichen Rundgang in eine Jahreszeit mit gutem Tageslicht und ergänzen ihn vor der Heizperiode. Nach Unwettern oder bei einem konkreten Schaden solltest du unabhängig davon zeitnah prüfen, was vom Boden aus sicher erkennbar ist.
Reicht eine Sichtkontrolle aus?
Eine Sichtkontrolle hilft, Auffälligkeiten früh zu bemerken, zeigt aber nicht alle verdeckten Schäden. Sie ersetzt weder Wartung noch Messungen oder Prüfungen, für die Fachkenntnisse und spezielle Geräte nötig sind. Wenn ein Bauteil auffällig ist oder ein Problem wiederkehrt, kann eine gezielte fachliche Untersuchung erforderlich sein.
Was sollte ich nach einem Unwetter prüfen?
Schau vom sicheren Standpunkt aus nach sichtbaren Schäden am Dach, an Dachrinnen, Fenstern, Türen und Fassaden. Prüfe, ob Wasser in Keller oder Wohnräume eingedrungen ist und ob lose Teile am Boden liegen. Betritt keine beschädigten Dächer und berühre keine heruntergefallenen Kabel. Bei akuter Gefahr hältst du Abstand und verständigst die zuständige Stelle oder den Notruf.
Was ist bei einem Haus-Check in einer Mietwohnung anders?
Du kannst sichtbare Auffälligkeiten in deiner Wohnung dokumentieren und melden. Eingriffe in Gebäudeanlagen und Reparaturen solltest du mit Vermietung oder Verwaltung abstimmen. Zuständigkeiten für Wartung und Kosten können sich je nach Art der Maßnahme und Vereinbarung unterscheiden. Rauchwarnmelder und bauliche Anforderungen können außerdem landesrechtlich geregelt sein.



