Hauswartung im Herbst: Diese Checks sind jetzt wichtig
Aktualisiert: 2026-10-06 · 8 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion
Auf dieser Seite8

Das Wichtigste in Kürze
- Prüfe Dachrinnen, Fallrohre und Abläufe auf sichtbare Verstopfungen und Schäden – sicher vom Boden aus.
- Kontrolliere Fenster, Außentüren und sichtbare Anschlussfugen auf Zugluft, Feuchtigkeit und erkennbare Schäden.
- Nimm die Heizung rechtzeitig in Betrieb und beobachte, ob alle Räume warm werden. Eingriffe am Kessel oder an unter Druck stehenden Anlagen sind keine Selbsthilfe.
- Bereite Außenwasserhähne und empfindliche Leitungen nach ihrer Bauart auf Frost vor.
- Dokumentiere Auffälligkeiten mit Fotos. Bei Schäden am Dach, an der Fassade oder an technischen Anlagen sollte ein Fachbetrieb prüfen.
Hintergrund
Die Herbstwartung ist keine vollständige Gebäudediagnose. Sie soll typische Schwachstellen sichtbar machen, bevor längere Regenphasen, Wind und Frost die Folgen verschärfen. Besonders wichtig sind Stellen, an denen Wasser ablaufen muss, sowie Bauteile, die Wärme im Haus halten oder der Witterung direkt ausgesetzt sind.
Nicht jede Aufgabe muss an einem bestimmten Kalendertag erledigt werden. Richte dich nach dem Wetter und danach, wann die Heizung üblicherweise genutzt wird. Kontrolliere Bereiche, die du gefahrlos erreichen kannst. Für Dächer, hohe Fassaden und Arbeiten an technischen Anlagen gelten andere Sicherheitsanforderungen als für eine Sichtprüfung vom Boden.
Schritt für Schritt
1. Dachentwässerung vom Boden aus ansehen
Du brauchst: bei Bedarf ein Fernglas, eine Taschenlampe und ein Handy für Fotos. Steig für die Kontrolle nicht auf das Dach und lehne dich nicht aus einem Fenster.
- Geh bei Tageslicht um das Gebäude und schau dir Dachrinnen, Fallrohre und sichtbare Anschlüsse an.
- Achte auf Laubansammlungen, Pflanzenbewuchs, Verformungen, lockere Halterungen und Roststellen.
- Beobachte bei Regen, ob Wasser gleichmäßig abläuft oder über den Rand schwappt. Geh dabei nicht unter Stellen, an denen Wasser oder Gegenstände herabfallen könnten.
- Prüfe, ob das Wasser am Fallrohr in einen Ablauf oder eine Versickerungsfläche geleitet wird und dort nicht sichtbar zurückstaut.
- Fotografiere Auffälligkeiten aus sicherer Entfernung und notiere, wo sie auftreten.
Kontrolle: Das Wasser sollte bei Regen nicht über die Rinne laufen oder sichtbar an der Fassade entlangfließen. Eine Sichtprüfung beweist allerdings nicht, dass das Fallrohr innen frei ist.
Stopp, wenn: du eine verstopfte Rinne nur über eine Leiter erreichen könntest, Halterungen locker sind, Wasser an schwer zugänglichen Stellen austritt oder du Schäden am Dach vermutest. Arbeiten in der Höhe sollte ein geeigneter Fachbetrieb übernehmen.
2. Fenster, Türen und Anschlussfugen prüfen
Du brauchst: ein Blatt Papier, ein weiches Tuch und gegebenenfalls eine Taschenlampe. Verwende keine scharfen Werkzeuge und zieh nicht kräftig an Dichtungen.
- Öffne Fenster und Türen und kontrolliere die sichtbaren Dichtungen. Achte auf Risse, verhärtete Stellen, Verformungen oder Abschnitte, die aus der Nut gerutscht sind.
- Wisch Schmutz mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab. Lass die Dichtungen trocknen.
- Schließe das Fenster oder die Tür. Klemme an mehreren Stellen ein Blatt Papier ein und zieh vorsichtig daran. Wenn es an einzelnen Stellen deutlich leichter herausgleitet, kann der Anpressdruck dort geringer sein.
- Achte bei Wind auf spürbare Zugluft. Prüfe auch, ob Feuchtigkeit oder Verfärbungen an Rahmen und Wandanschluss sichtbar sind.
- Öffne und schließe das Bauteil erneut. Es sollte sich ohne ungewöhnliche Kraft bedienen lassen.
Der Papiertest ist nur eine grobe Orientierung. Ein leicht herausziehbares Blatt kann auf eine Einstellung oder eine abgenutzte Dichtung hindeuten, beweist aber keinen bestimmten Schaden. Reinige Dichtungen vorsichtig und verwende nur Pflegemittel, die der Hersteller des Fensters empfiehlt.
Stopp, wenn: der Rahmen verzogen wirkt, Wasser eindringt, die Scheibe beschädigt ist oder sich das Fenster trotz normaler Bedienung nicht schließen lässt. Eine Fensterjustierung kann bei einfachen Beschlägen möglich sein, aber verstell nicht wahllos Schrauben: Die Einstellpunkte unterscheiden sich je nach Beschlag.
3. Heizung vor dem regelmäßigen Betrieb testen
Du brauchst: gegebenenfalls einen Heizkörper-Entlüftungsschlüssel, ein Tuch und ein kleines Gefäß. Entlüfte nur einen üblichen Heizkörper mit dafür vorgesehenem Ventil und nur, wenn du mit dem Vorgehen vertraut bist.
- Schalte die Heizung ein und stell die Thermostate so ein, dass die Heizkörper Wärme anfordern.
- Warte, bis sich die Anlage eingeregelt hat. Prüfe, ob alle Heizkörper warm werden und ob ungewöhnliche Geräusche auftreten.
- Wird ein Heizkörper oben nicht warm oder gluckert er, kann Luft im Heizkörper eine Ursache sein. Andere Störungen sind ebenfalls möglich.
- Wenn du den Heizkörper entlüften möchtest, schalte die Umwälzung nach Möglichkeit aus und lass den Heizkörper etwas abkühlen. Halte Tuch und Gefäß unter das Entlüftungsventil.
- Öffne das Ventil mit dem passenden Schlüssel langsam und nur ein kleines Stück. Sobald Wasser gleichmäßig austritt, schließe es vorsichtig wieder. Öffne es nicht vollständig und entferne das Ventil nicht.
- Wisch Spritzer sofort ab und prüfe, ob das Ventil dicht ist. Beobachte anschließend, ob der Heizkörper gleichmäßig warm wird.
Typische Fehler: Das Ventil zu weit öffnen, es mit einer Zange beschädigen oder mehrfach entlüften, ohne die Ursache zu klären. Verliert die Anlage wiederholt Wasser oder sinkt der angezeigte Anlagendruck, füll nicht eigenmächtig nach. Das Nachfüllen und Arbeiten am Kessel hängen von der Anlage ab und können Fachkenntnis erfordern.
Stopp, wenn: das Ventil festsitzt, undicht ist oder sich nicht sicher schließen lässt; Wasser ungewöhnlich austritt; mehrere Heizkörper kalt bleiben; oder die Anlage eine Störung anzeigt. Lies Anzeigen nur ab und notiere sie. Eingriffe am Kessel und an der Heizungsanlage sollte ein Heizungsfachbetrieb übernehmen.
4. Außenwasserhähne und Leitungen auf Frost vorbereiten
- Schau nach, welche Außenwasserhähne und sichtbaren Leitungen Frost ausgesetzt sind.
- Wenn es für den Außenhahn eine eindeutig zugeordnete Absperrung gibt, prüfe anhand der Beschriftung oder Bedienungsanleitung, ob sie für die saisonale Stilllegung vorgesehen ist.
- Entleere den Hahn nur so, wie es die Bauart verlangt. Bei einem frostsicheren Modell kann das Vorgehen anders sein als bei einer herkömmlichen Leitung.
- Bewahre Gartenschläuche und angeschlossene Zubehörteile frostgeschützt auf, damit Wasser darin nicht gefriert.
- Kontrolliere später bei Frost, ob an der Innenwand oder am Leitungsanschluss Feuchtigkeit auftritt.
Stopp, wenn: du die richtige Absperrung nicht sicher zuordnen kannst, sich ein Ventil nicht bewegen lässt oder die Leitung bereits undicht ist. Öffne keine unbekannten Leitungen und demontiere keine Armaturen.
5. Grundstück und Gebäudehülle kurz begehen
Geh bei Tageslicht ums Haus. Prüfe vom Boden aus, ob sich Verkleidungsteile gelöst haben, sichtbare Fugen offen sind oder Wasser an ungewöhnlichen Stellen an der Fassade herunterläuft. Achte auch auf Risse, die neu wirken oder sich verändert haben, sowie auf feuchte Stellen im Kellerbereich. Eine einzelne Sichtprüfung erlaubt keine sichere Diagnose; Fotos mit Datum helfen, Veränderungen später einzuordnen.
Entferne Laub von leicht und sicher erreichbaren Bodenabläufen und halte Wege frei, damit Regenwasser ablaufen kann. Geh nicht auf ein nasses Dach und kletter nicht auf Mauern oder Leitern. Wenn Wasser in Richtung Haus läuft, sich an der Wand staut oder im Keller eindringt, sollte die Ursache zeitnah geprüft werden.
Kosten und Aufwand
Eine Sichtkontrolle und einfache Reinigungsarbeiten an sicher erreichbaren Stellen verursachen meist wenig Aufwand. Deutlich mehr kann anfallen, wenn eine Dachrinne nur mit geeigneter Zugangstechnik gereinigt werden kann, ein Bauteil repariert werden muss oder Feuchtigkeit bereits Schäden verursacht hat. Auch der Austausch von Dichtungen, die Justierung von Fenstern und Arbeiten an der Heizungsanlage unterscheiden sich stark nach Bauteil und Befund.
Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Region, Gebäudezustand, Zugänglichkeit und Marktlage ab. Lass dir bei Reparaturen den festgestellten Mangel und die vorgesehenen Arbeiten erklären. Bei größeren Aufträgen sind mehrere vergleichbare Angebote sinnvoll.
Typische Fehler
- Dachrinnen oder Dächer über eine unsichere Leiter selbst erreichen zu wollen.
- Eine Sichtprüfung mit einer vollständigen Prüfung der Dachentwässerung gleichzusetzen.
- Fensterbeschläge ohne Kenntnis des Systems wahllos nachzustellen.
- Heizkörper immer wieder zu entlüften, obwohl das Problem zurückkehrt oder der Anlagendruck auffällig ist.
- Unbekannte Absperrventile zu schließen oder Leitungen ohne Kenntnis der Bauart zu entleeren.
- Feuchte Stellen oder neue Risse nur zu überstreichen, statt ihre Entwicklung zu beobachten und die Ursache klären zu lassen.
- Mängel nicht zu dokumentieren. Fotos und kurze Notizen erleichtern die spätere Beurteilung.
Wann ist ein Fachbetrieb nötig?
Hol einen passenden Fachbetrieb, wenn du Schäden am Dach oder an hoch gelegenen Bauteilen vermutest, Wasser in die Gebäudehülle eindringt, sich Risse sichtbar verändern oder die Heizungsanlage wiederholt ausfällt. Auch bei anhaltender Feuchtigkeit, ungewöhnlichem Wasserverlust oder einer undichten Leitung sollte die Ursache fachkundig untersucht werden.
Arbeiten am Dach und in der Höhe sind keine geeignete Selbsthilfe. An Gasleitungen, elektrischen Anlagen und am Heizkessel solltest du nichts selbst reparieren. Bei Unsicherheit beschränke dich auf Beobachten, Anzeigen ablesen und den Befund dokumentieren.
Hinweis für Mieter:innen
Du kannst zugängliche Bereiche ansehen und einfache Kontrollen durchführen. Schäden an Dach, Fassade, gemeinschaftlichen Leitungen oder der Heizungsanlage solltest du der Vermietung oder Hausverwaltung zeitnah melden, statt selbst Reparaturen daran vorzunehmen. Wer eine Wartung beauftragt und trägt, hängt vom Mietvertrag und der konkreten Zuständigkeit ab. Bei akuten Schäden oder Wassereintritt melde den Befund möglichst sofort.
Häufige Fragen
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Herbstwartung?
Prüfe die Bereiche, bevor anhaltender Regen oder Frost zu erwarten ist. Der genaue Zeitpunkt hängt von Wetter, Lage und Zustand des Hauses ab. Eine kurze Kontrolle nach einem starken Sturm kann zusätzlich sinnvoll sein.
Muss ich jedes Jahr die Dachrinne reinigen lassen?
Das hängt davon ab, wie viel Laub und Schmutz anfällt und ob Wasser zuverlässig abläuft. Kontrolliere sie regelmäßig vom Boden aus. Bei Bäumen in der Nähe oder früheren Verstopfungen kann häufiger Handlungsbedarf bestehen. Für die Reinigung in der Höhe sollte ein geeigneter Betrieb sorgen.
Darf ich als Mieter:in Heizkörper selbst entlüften?
Einen üblichen Heizkörper kannst du grundsätzlich vorsichtig entlüften, wenn das Ventil dafür vorgesehen ist und du das Vorgehen sicher beherrschst. Beachte Hinweise der Vermietung oder Hausverwaltung. Wenn die Heizung danach weiter Probleme macht oder der Anlagendruck auffällig ist, melde den Mangel und nimm keine weiteren Eingriffe vor.
Was sollte ich bei einem neu entdeckten Riss tun?
Fotografiere den Riss mit einem Größenvergleich und notiere das Datum sowie den Ort. Beobachte, ob er sich verändert oder Feuchtigkeit hinzukommt. Bei rascher Veränderung, durchgehenden Rissen oder weiteren Auffälligkeiten sollte ein Fachbetrieb die Ursache prüfen. Eine Ferndiagnose anhand eines Fotos ist nicht verlässlich.
Quellen & Grundlagen
- Verbraucherzentrale
- Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)


