Keller kontrollieren: So erkennst du Schäden früh
Aktualisiert: 2026-10-06 · 7 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion
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Das Wichtigste in Kürze
- Gehe den Keller regelmäßig und Raum für Raum durch. Kontrolliere zusätzlich nach Starkregen, einem Wasserschaden oder längerer Abwesenheit.
- Achte auf muffigen Geruch, feuchte Stellen, Verfärbungen, Schimmel, abblätternde Oberflächen und neue Risse.
- Prüfe sichtbare Fenster, Türen und Leitungen nur von außen. Öffne keine Verkleidungen und greife nicht in technische Anlagen ein.
- Halte Beobachtungen und Veränderungen mit Datum und Fotos fest. Einzelne Messwerte sind allein noch keine Diagnose.
- Bei eindringendem Wasser, auffälligen Rissen, wiederkehrender Feuchtigkeit oder Schimmel auf größeren Flächen sollte ein Fachbetrieb die Ursache klären.
Hintergrund
Der Keller ist besonders anfällig für Feuchtigkeit: Er liegt teilweise oder vollständig im Erdreich, und Temperaturunterschiede können die Feuchte in der Raumluft beeinflussen. Ein einzelner Fleck oder ein kurzzeitig muffiger Geruch beweist noch keinen bestimmten Schaden. Wichtig ist, ob sich eine Auffälligkeit verändert, wiederkehrt oder an mehreren Stellen auftritt.
Eine Kontrolle ersetzt keine fachliche Untersuchung. Sie hilft dir aber, Veränderungen früh zu bemerken und Fachleuten konkrete Informationen zu geben. Vergleiche möglichst mit dem Zustand bei früheren Rundgängen. Auch die Nutzung des Raums spielt eine Rolle: In einem unbeheizten Lagerkeller sind andere Bedingungen üblich als in einem ausgebauten Hobbyraum.
Plane die Kontrolle so, dass du nichts verrücken oder öffnen musst, was schwer, fest eingebaut oder technisch ist. Prüfe nur gut zugängliche und sichtbare Bereiche. Wenn du als Mieter:in Veränderungen bemerkst, dokumentiere sie und informiere die Vermietung, statt bauliche Eingriffe selbst vorzunehmen.
Schritt für Schritt
Das brauchst du
- Taschenlampe
- Notizgerät oder Smartphone für Notizen und Fotos
- Bei Bedarf ein Hygrometer zur Beobachtung der Raumluftfeuchte
- Bei Bedarf ein Maßband oder einen Gegenstand als Größenvergleich für einen sichtbaren Riss
Ein Hygrometer zeigt einen Messwert für die Raumluft an. Dieser Wert ist eine Momentaufnahme und kann sich mit Wetter, Lüften und Nutzung ändern. Er sagt allein nicht, ob eine Wand trocken oder schadensfrei ist. Ein Feuchtemessgerät für Baustoffe kann ebenfalls irreführende Werte liefern, wenn es falsch angewendet wird oder das Material nicht berücksichtigt wird.
Vorbereitung
- Wähle einen Zeitpunkt, an dem der Keller gut zugänglich ist. Räume nicht vorsorglich schwere Gegenstände um und steige nicht auf unsichere Leitern oder Kisten.
- Notiere Datum, Wetterlage und besondere Ereignisse, etwa starken Regen, einen Rohrschaden oder längere Abwesenheit. Das hilft beim späteren Vergleich.
- Wenn es bereits Wasser am Boden gibt oder elektrische Bereiche feucht sein könnten, betritt den betroffenen Bereich nicht. Halte Abstand und lass die Gefahr fachgerecht beurteilen.
Kontrolle Raum für Raum
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Geruch wahrnehmen: Gehe langsam durch den Keller und achte auf muffige, modrige oder ungewöhnlich chemische Gerüche. Notiere, in welchem Raum und an welcher Stelle sie besonders auffallen. Verlasse den Raum, wenn dir schwindelig oder unwohl wird oder du einen stechenden Geruch bemerkst.
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Wände und Decken ansehen: Leuchte zugängliche Flächen ab. Suche nach dunklen oder hellen Verfärbungen, feuchten Stellen, abblätternder Farbe, aufgeweichtem Putz oder sichtbarem Schimmel. Prüfe besonders Ecken, Wand-Boden-Anschlüsse und Bereiche um Durchführungen. Kratze nichts ab und öffne keine Verkleidung.
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Boden prüfen: Achte auf Wasser, feuchte Ränder, Ablagerungen oder Stellen, an denen sich eine Oberfläche verändert hat. Ein nasser Boden nach einem Ereignis sollte zeitnah dokumentiert werden. Versuche nicht, Wasser in der Nähe elektrischer Anlagen selbst zu beseitigen.
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Fenster und Türen ansehen: Prüfe von innen, ob Rahmen, Anschlussbereiche und Fensterbank sichtbare Feuchtigkeit, Verfärbungen oder beschädigte Dichtungen zeigen. Achte auch darauf, ob Fenster und Türen ungewöhnlich klemmen. Bauliche Ursachen lassen sich aus einer einzelnen Beobachtung nicht sicher ableiten.
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Sichtbare Leitungen und Anlagen ansehen: Schau nach Tropfen, feuchten Anschlussstellen oder Korrosionsspuren, ohne Leitungen zu berühren oder daran zu drehen. Öffne keine Abdeckungen an Sicherungen, Heizungsanlagen oder anderen technischen Einrichtungen. Bei einer sichtbaren Undichtigkeit informiere die zuständige Person oder einen Fachbetrieb.
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Risse und Veränderungen dokumentieren: Notiere Lage, ungefähre Länge und sichtbare Breite eines Risses. Fotografiere ihn aus gleicher Entfernung und mit einem Größenvergleich, ohne daran herumzustochern. Entscheidend ist, ob er neu ist oder sich verändert. Eine sichere Beurteilung von Ursache und Bedeutung ist aus der Ferne nicht möglich.
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Raumluftwerte einordnen: Wenn du ein Hygrometer nutzt, stelle es an einem geeigneten, nicht direkt an Wand, Fenster oder Heizquelle liegenden Platz auf. Notiere den Wert zusammen mit Datum und Raumbedingungen. Miss bei einer späteren Kontrolle möglichst am gleichen Ort. Ziehe aus einem einzelnen Wert keine Schlussfolgerung über einen Bauschaden.
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Ergebnis festhalten: Schreibe pro Raum auf, was unauffällig ist und was du weiter beobachten möchtest. Ergänze Fotos und vergleiche sie bei der nächsten Runde. Bei einem neuen oder zunehmenden Schaden solltest du nicht erst auf die nächste Routinekontrolle warten.
Nach der Kontrolle
Wenn der Keller trocken und unauffällig erscheint, bewahre deine Notizen für den Vergleich auf. Bei einer kleinen, oberflächlichen Auffälligkeit kannst du sie beobachten und nach einer angemessenen Zeit erneut dokumentieren. Bleibt sie bestehen, kommt sie wieder oder breitet sie sich aus, lass die Ursache prüfen.
Bei Wasser, das von außen eindringt, oder wiederkehrender Feuchtigkeit reicht es meist nicht, nur die sichtbare Stelle zu trocknen oder zu überstreichen. Die Ursache kann beispielsweise mit einem Leitungsleck, einem Anschlussdetail oder Feuchtigkeit aus dem Erdreich zusammenhängen. Welche davon zutrifft, muss vor Ort untersucht werden.
Kosten und Aufwand
Eine Sichtkontrolle mit Notizen und Fotos kostet vor allem Zeit und ist meist mit geringem Aufwand möglich. Ein Hygrometer kann die Beobachtung der Raumluft ergänzen, ersetzt aber keine Untersuchung des Bauwerks.
Wenn ein Fachbetrieb die Ursache prüft, steigen Aufwand und Kosten je nach Umfang deutlich. Einfluss haben unter anderem die Zugänglichkeit, die betroffene Fläche, die Art des Schadens und ob weitere Messungen oder Öffnungen erforderlich sind. Auch Region, Objekt und Marktlage spielen eine Rolle. Bei größeren Arbeiten ist es sinnvoll, mehrere Angebote einzuholen und genau zu klären, welche Untersuchung und Leistung enthalten ist.
Typische Fehler
- Nur auf sichtbares Wasser achten: Feuchtigkeit kann sich auch durch Geruch, Verfärbungen oder veränderte Oberflächen zeigen.
- Einzelne Messwerte überbewerten: Ein Messwert ohne Vergleich und Kontext belegt keine bestimmte Ursache.
- Flecken sofort überstreichen: Dadurch kann eine Auffälligkeit verdeckt werden, während die Ursache bestehen bleibt.
- Schimmel trocken abbürsten oder abkratzen: Das kann Sporen verteilen. Bei sichtbarem oder wiederkehrendem Schimmel sollte die Ursache geklärt werden.
- Leitungen oder Anlagen selbst öffnen: Arbeiten an elektrischen Anlagen und Eingriffe in Heizungs- oder Wasserinstallationen können gefährlich sein und gehören in fachkundige Hände.
- Veränderungen nicht festhalten: Ohne Fotos und Notizen ist es schwerer, eine Entwicklung zu erkennen oder Fachleuten den Verlauf zu schildern.
Wann ist ein Fachbetrieb nötig?
Lass den Keller fachlich prüfen, wenn Wasser eindringt, eine Feuchtigkeit wiederkehrt oder sich ausbreitet, Schimmel sichtbar ist oder muffiger Geruch trotz angemessener Nutzung und Beobachtung bestehen bleibt. Auch neue oder deutlich größer werdende Risse, abplatzende Bauteile und sichtbare Undichtigkeiten an Leitungen sollten beurteilt werden.
Bei Feuchtigkeit oder Schimmel kann ein Fachbetrieb für die Bauwerksdiagnostik beziehungsweise ein dafür qualifizierter Sanierungsbetrieb die Ursache untersuchen. Bei auffälligen Rissen kann eine bautechnische Beurteilung nötig sein. Für Arbeiten an elektrischen Anlagen ist eine Elektrofachkraft zuständig; an Heizungsanlagen und Installationen sollte nur ein geeigneter Fachbetrieb arbeiten.
Wenn Wasser in Bereiche mit elektrischen Anlagen gelangt ist, halte Abstand und betritt den Bereich nicht. Versuche nicht, Sicherungen oder Geräte im nassen Bereich zu bedienen. Bei akuter Gefahr für Menschen wähle den Notruf. Bei Mietwohnungen informiere die Vermietung zeitnah über Schäden und dokumentiere, wann du sie bemerkt hast.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich den Keller kontrollieren?
Eine Kontrolle in regelmäßigen Abständen hilft, Veränderungen zu erkennen. Ein fester Rhythmus ist nicht für jedes Gebäude gleich sinnvoll. Kontrolliere zusätzlich nach starkem Regen, einem Wasserschaden oder längerer Abwesenheit sowie dann, wenn zuvor schon Feuchtigkeit aufgetreten ist.
Muss ich beim Kontrollgang die Luftfeuchtigkeit messen?
Nein. Eine Sicht- und Geruchskontrolle ist auch ohne Messgerät möglich. Ein Hygrometer kann dabei helfen, Veränderungen der Raumluft zu beobachten. Der Wert muss aber im Zusammenhang mit Nutzung, Temperatur und Wetter betrachtet werden und erlaubt keine sichere Aussage über den Zustand von Wänden oder Boden.
Was mache ich bei einem feuchten Fleck an der Wand?
Fotografiere den Fleck, notiere Ort und Zeitpunkt und prüfe bei einer späteren Kontrolle, ob er größer geworden ist oder wiederkehrt. Nicht abkratzen oder überstreichen, bevor die Ursache geklärt ist. Bei zunehmender Feuchtigkeit, Schimmel oder Unsicherheit sollte ein Fachbetrieb die Stelle untersuchen.
Wer ist für die Kellerkontrolle in einer Mietwohnung zuständig?
Du kannst zugängliche Bereiche beobachten und Auffälligkeiten dokumentieren. Bei Feuchtigkeit, Schimmel, Rissen oder einer Undichtigkeit solltest du die Vermietung informieren und keine baulichen oder technischen Eingriffe selbst vornehmen. Wer für notwendige Arbeiten und Kosten zuständig ist, hängt vom Einzelfall und den rechtlichen Umständen ab.
Quellen & Grundlagen
- Umweltbundesamt (UBA)
- Verbraucherzentrale
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