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Versicherungen für Hausbesitzer: Was ist wirklich wichtig?

Aktualisiert: 2026-10-08 · 12 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion

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Hausmodell, Schlüssel und geschlossener neutraler Umschlag auf einem Tisch.
KurzantwortFür Hausbesitzer ist eine Wohngebäudeversicherung meist die wichtigste Police: Sie schützt das Gebäude gegen die vereinbarten Schäden, häufig etwa durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Eine Elementarschadenversicherung kann zusätzlich gegen Naturgefahren wie Überschwemmung absichern. Hausrat- und Haftpflichtversicherung decken andere Risiken ab. Welche Policen sinnvoll sind, hängt davon ab, ob du selbst im Haus wohnst, es vermietest oder noch baust.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wohngebäudeversicherung schützt das Haus und fest mit ihm verbundene Bestandteile gegen die im Vertrag genannten Gefahren.
  • Hausratversicherung und Haftpflichtversicherung decken andere Risiken ab. Sie ersetzen keine Wohngebäudeversicherung.
  • Schäden durch Überschwemmung, Starkregen oder Rückstau sind häufig nur mit einem zusätzlichen Elementarschutz versichert. Entscheidend sind die Vertragsbedingungen.
  • Für Vermieter:innen, Bauherr:innen und Eigentümer:innen unbebauter Grundstücke können zusätzliche oder anders zugeschnittene Policen wichtig sein.
  • Vergleiche nicht nur Beiträge, sondern auch versicherte Gefahren, Ausschlüsse, Selbstbeteiligung, Versicherungssumme und Pflichten im Schadenfall.

Welche Versicherungen können für Hausbesitzer wichtig sein?

Nicht jede Hausbesitzerin und jeder Hausbesitzer braucht dieselben Policen. Ein selbst bewohntes Einfamilienhaus, ein vermietetes Mehrfamilienhaus und ein Grundstück mit Neubauvorhaben bringen unterschiedliche Risiken mit sich. Auch die Eigentumsform spielt eine Rolle: Bei einer Eigentumswohnung wird das Gebäude oft über die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer versichert.

Wichtig ist, die Versicherungen nach ihrem Zweck zu unterscheiden. Die Wohngebäudeversicherung betrifft das Gebäude. Die Hausratversicherung betrifft bewegliche Gegenstände im Haushalt. Haftpflichtversicherungen schützen vor Ansprüchen anderer, wenn du für einen Schaden verantwortlich gemacht wirst. Bauversicherungen beziehen sich auf Risiken während der Bauphase.

Versicherung Wofür sie gedacht ist Besonders relevant, wenn …
Wohngebäudeversicherung Schäden am versicherten Gebäude Du Eigentümer:in eines Hauses oder Gebäudes bist
Elementarschadenversicherung Vereinbarte Naturgefahren, etwa Überschwemmung oder Rückstau Naturgefahren am Standort ein Risiko darstellen oder du den Schutz umfassender gestalten willst
Hausratversicherung Bewegliche Gegenstände im Haushalt Du Einrichtung, Kleidung und andere persönliche Gegenstände absichern möchtest
Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht Haftungsrisiken aus dem Besitz bestimmter Immobilien oder Grundstücke Du etwa ein vermietetes oder unbebautes Grundstück besitzt und keine passende andere Haftpflichtdeckung hast
Bauherrenhaftpflicht Haftungsrisiken rund um ein Bauvorhaben Du bauen, umbauen oder größere Arbeiten beauftragen lässt
Bauleistungs- oder Feuerrohbauversicherung Bestimmte Schäden während der Bauphase Ein Neubau oder eine größere Baumaßnahme läuft

Die Tabelle ist eine erste Orientierung, keine individuelle Empfehlung. Welche Versicherung greift, ergibt sich aus dem konkreten Vertrag. Lies deshalb auch die Versicherungsbedingungen und kläre offene Punkte vor Vertragsabschluss schriftlich mit dem Versicherer.

Wohngebäudeversicherung: Schutz für das Gebäude

Die Wohngebäudeversicherung ist für viele Eigentümer:innen der zentrale Baustein. Sie kann Schäden an den versicherten Gebäuden und Gebäudebestandteilen abdecken. Welche Teile eingeschlossen sind, steht im Vertrag. Dazu können etwa fest eingebaute Einrichtungen und bestimmte Nebengebäude gehören. Außenanlagen, Carports, Garagen, Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen sind nicht automatisch in jedem Vertrag gleich behandelt.

Welche Schäden sind häufig versichert?

Viele Verträge decken Grundgefahren wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Das bedeutet nicht, dass jeder Schaden dieser Art bezahlt wird. Es kommt darauf an, wie der Schaden entstanden ist und welche Bedingungen gelten. Verschleiß, mangelhafte Instandhaltung, bestimmte Baufehler oder Schäden durch nicht versicherte Ursachen können ausgeschlossen sein.

Prüfe besonders:

  • Welche Gebäude und Gebäudeteile sind im Vertrag genannt?
  • Welche versicherten Gefahren sind eingeschlossen?
  • Wie definiert der Vertrag Sturm, Leitungswasserschaden oder andere Ereignisse?
  • Gibt es Einschränkungen für leer stehende oder nicht regelmäßig genutzte Gebäude?
  • Welche Sicherungs- und Instandhaltungspflichten gelten?
  • Wie werden grobe Fahrlässigkeit, grobe Pflichtverletzungen oder Obliegenheitsverletzungen behandelt?

Versicherungssumme und Wiederaufbau

Die Versicherungssumme sollte zum Gebäude passen. Eine zu niedrig angesetzte Summe kann bei einem größeren Schaden dazu führen, dass die Leistung nicht ausreicht oder gekürzt wird. Viele Verträge arbeiten mit einem vereinbarten Modell, das den Wiederaufbau berücksichtigt. Verlasse dich aber nicht allein auf eine allgemeine Bezeichnung im Angebot: Lass dir erklären, wie die Versicherungssumme ermittelt wird und welche Grenzen gelten.

Melde relevante Veränderungen am Gebäude. Ein Anbau, eine umfassende Modernisierung, ein ausgebautes Dachgeschoss oder neue technische Anlagen können den Versicherungsbedarf verändern. Frage beim Versicherer nach, ob der bestehende Schutz angepasst werden muss. Bewahre Unterlagen zu Bauarbeiten, Ausstattung und Modernisierungen auf.

Elementarschadenversicherung: Schutz vor Naturgefahren

Elementarschadenschutz wird häufig als Ergänzung zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung angeboten. Er kann je nach Vertrag Schäden durch Naturereignisse abdecken, zum Beispiel durch Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung oder Erdrutsch. Nicht jedes Ereignis und nicht jede Schadensart ist automatisch mitversichert.

Lies genau nach, was der Vertrag unter den einzelnen Gefahren versteht. Bei Rückstau können zum Beispiel bestimmte Sicherungen oder deren ordnungsgemäße Wartung relevant sein. Auch Selbstbeteiligungen, Wartezeiten, Ausschlüsse und Anforderungen an den Schutz des Gebäudes können eine Rolle spielen.

Ein Risiko lässt sich nicht allein daraus ableiten, ob ein Grundstück in der Nähe eines Flusses liegt. Starkregen kann auch abseits großer Gewässer Schäden verursachen. Prüfe die örtliche Gefährdung, beobachte bekannte Wasserprobleme am Grundstück und erkundige dich bei der zuständigen Kommune nach verfügbaren Informationen. Eine Versicherung verhindert keinen Schaden, kann aber die finanziellen Folgen eines gedeckten Ereignisses abfedern.

Hausratversicherung: bewegliche Gegenstände

Die Hausratversicherung betrifft grundsätzlich bewegliche Gegenstände im Haushalt, nicht die Bausubstanz. Dazu können je nach Vertrag Möbel, Kleidung, Haushaltsgeräte und persönliche Dinge gehören. Ob ein Gegenstand als Hausrat oder als Gebäudebestandteil gilt, kann im Einzelfall vom Einbau und den Versicherungsbedingungen abhängen.

Die versicherten Gefahren ähneln teilweise denen der Wohngebäudeversicherung, betreffen aber den Hausrat. Elementarschäden müssen häufig zusätzlich eingeschlossen werden. Prüfe, ob die Versicherungssumme zum Wert des Hausrats passt und wie Wertsachen, Fahrräder, beruflich genutzte Gegenstände oder Sachen außerhalb der Wohnung behandelt werden.

Wenn du zur Miete wohnst, ist die Hausratversicherung grundsätzlich deine eigene Absicherung für deine Sachen. Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters schützt nicht automatisch dein persönliches Eigentum. Umgekehrt ersetzt deine Hausratversicherung normalerweise keinen Schaden am Gebäude des Vermieters.

Haftpflicht: Wenn andere Ansprüche stellen

Eine private Haftpflichtversicherung kann Schäden abdecken, für die du privat haftest. Ob sie auch Risiken rund um ein selbst bewohntes Haus einschließt, hängt vom Vertrag und der Art des Objekts ab. Bei vermieteten Häusern, Mehrfamilienhäusern, unbebauten Grundstücken oder besonderen Anlagen kann eine gesonderte Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht erforderlich oder sinnvoll sein.

Als Eigentümer:in musst du dich um die Sicherheit und den Zustand deiner Immobilie kümmern. Dazu können Pflichten gehören, Gefahren auf dem Grundstück zu erkennen und zumutbare Maßnahmen zu veranlassen. Welche Anforderungen gelten, hängt von den Umständen ab. Baurechtliche Vorgaben und Nachbarrecht unterscheiden sich teilweise nach Bundesland und Kommune. Bei einem konkreten Haftungsfall ist eine allgemeine Übersicht keine Rechtsberatung.

Mieter:innen sollten Schäden oder erkennbare Gefahren am Gebäude zeitnah der Vermieterseite melden. Für den eigenen Haftpflichtschutz gelten die Bedingungen der persönlichen Police. Eine Haftpflichtversicherung übernimmt nicht automatisch jeden Schaden, den du verursacht hast.

Versicherungen beim Bauen und Sanieren

Während eines Neubaus oder einer größeren Sanierung können Risiken entstehen, die eine normale Wohngebäudeversicherung nicht oder nicht vollständig abdeckt. Welche Policen in Betracht kommen, hängt vom Vorhaben, der Bauphase, den beteiligten Unternehmen und den bestehenden Verträgen ab.

Bauherrenhaftpflicht

Eine Bauherrenhaftpflicht kann für Schäden relevant sein, die im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben Dritten entstehen und für die du als Bauherr:in verantwortlich gemacht wirst. Kläre, ob die vorhandene private Haftpflicht Bauvorhaben dieser Art einschließt oder ob ein separater Schutz nötig ist. Achte auf Umfang, Laufzeit und die im Vertrag genannten Grenzen.

Bauleistungs- und Feuerrohbauversicherung

Eine Bauleistungsversicherung kann bestimmte unvorhergesehene Schäden an Bauleistungen während der Bauphase betreffen. Eine Feuerrohbauversicherung bezieht sich auf Feuerschäden am noch nicht fertiggestellten Gebäude. Umfang und Beginn des Schutzes unterscheiden sich je nach Vertrag. Manche Versicherer bieten die Feuerrohbauversicherung als Bestandteil oder Vorstufe einer späteren Wohngebäudeversicherung an; prüfe das konkret, statt es vorauszusetzen.

Was du vor Baubeginn klären solltest

  • Welche Schäden decken die bereits vorhandenen Policen ab?
  • Wer versichert Baustoffe, Bauleistungen und bereits eingebaute Teile?
  • Wann beginnt und endet der Schutz?
  • Welche Pflichten gelten auf der Baustelle?
  • Sind Eigenleistungen, Umbauten oder bestimmte Bauverfahren berücksichtigt?
  • Welche Versicherungen haben die beauftragten Unternehmen selbst?

Verlasse dich bei größeren Vorhaben nicht auf mündliche Annahmen. Lass dir Deckungsumfang und Ausschlüsse schriftlich bestätigen.

Vermietete Häuser und Eigentumswohnungen

Wenn du ein Haus vermietest

Bei einem vermieteten Haus bleibt die Wohngebäudeversicherung grundsätzlich ein Thema für die Eigentümerseite. Eine Hausratversicherung schützt dagegen die persönlichen beweglichen Gegenstände der jeweiligen Bewohner:innen. Für Haftungsrisiken aus dem Besitz und der Nutzung des Grundstücks kann eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht relevant sein. Ob eine andere Police diese Risiken bereits einschließt, muss anhand der Vertragsbedingungen geprüft werden.

Versicherungsbeiträge können unter bestimmten Voraussetzungen bei der Betriebskostenabrechnung eine Rolle spielen. Ob und wie Kosten umgelegt werden dürfen, hängt unter anderem vom Mietvertrag und den gesetzlichen Regeln ab. Das ist keine pauschale Erlaubnis, sämtliche Versicherungsbeiträge weiterzugeben. Bei Streit über eine konkrete Abrechnung helfen eine Verbraucherberatung oder fachkundige Rechtsberatung.

Wenn du eine Eigentumswohnung besitzt

Das Gebäude ist häufig gemeinschaftliches Eigentum. Die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer schließt dann typischerweise eine Gebäudeversicherung für das Gemeinschaftseigentum ab. Prüfe die Teilungserklärung, Beschlüsse und Versicherungsunterlagen, um zu verstehen, welche Gebäudeteile und Risiken erfasst sind. Deine eigene Hausratversicherung betrifft deine Sachen in der Wohnung. Für Schäden innerhalb der Wohnung kann außerdem entscheidend sein, ob es sich um Gemeinschafts- oder Sondereigentum handelt und wodurch der Schaden verursacht wurde.

Hinweis für Mieter:innen

Als Mieter:in musst du normalerweise nicht selbst die Wohngebäudeversicherung für das Haus abschließen. Für persönliche Gegenstände kann eine eigene Hausratversicherung infrage kommen. Schäden, Mängel oder mögliche Gefahren am Gebäude solltest du der Vermieterseite zeitnah mitteilen. Wer für einen konkreten Schaden aufkommen muss, hängt von Ursache, Verantwortlichkeit, Mietvertrag und Versicherungsbedingungen ab.

So prüfst du deinen Versicherungsschutz

Schritt 1: Deine Situation erfassen

Notiere, ob du selbst im Haus wohnst, vermietest, eine Eigentumswohnung besitzt oder baust. Halte außerdem fest, ob es Nebengebäude, besondere technische Anlagen, größere Modernisierungen oder längere Leerstandszeiten gibt.

Schritt 2: Bestehende Verträge zusammentragen

Suche Versicherungsschein, Bedingungen, Nachträge und die letzte Beitragsmitteilung heraus. Eine Übersicht der versicherten Gebäude, Gefahren, Versicherungssummen und Selbstbeteiligungen erleichtert den Vergleich. Fehlen Unterlagen, fordere sie beim Versicherer an.

Schritt 3: Deckungslücken und Überschneidungen suchen

Prüfe, ob Naturgefahren, Nebengebäude, Anbauten und technische Anlagen eingeschlossen sind. Vergleiche außerdem, ob Haftpflichtrisiken über eine bestehende Police bereits abgedeckt sind. Doppelte Verträge bedeuten nicht automatisch einen besseren Schutz.

Schritt 4: Veränderungen melden

Informiere den Versicherer über wesentliche Änderungen am Gebäude oder an der Nutzung. Dazu können Umbauten, zusätzliche Wohnflächen, Vermietung, Leerstand oder neue Anlagen gehören. Frage nach, ob sich dadurch Beitrag, Versicherungssumme oder Bedingungen ändern.

Schritt 5: Angebote nach Leistung vergleichen

Vergleiche mehrere Angebote anhand derselben Angaben zum Gebäude. Achte neben dem Beitrag auf versicherte Gefahren, Ausschlüsse, Selbstbeteiligung, Entschädigungsgrenzen, Pflichten und die Regelung bei grober Fahrlässigkeit. Bei Unklarheiten lass dir erklären, wie ein typischer Schadenfall behandelt würde.

Was tun, wenn ein Schaden eingetreten ist?

Sorge zuerst dafür, dass niemand gefährdet wird. Bei akuter Gefahr hat die Sicherheit Vorrang vor der Schadenmeldung. Begrenze den Schaden nur, soweit das gefahrlos möglich ist. Bei Wasser kann das etwa bedeuten, einen gefahrlos erreichbaren Haupthahn zu schließen. Arbeiten an elektrischen Anlagen, Gasleitungen oder Heizungsanlagen gehören nicht zur Selbsthilfe.

Melde den Schaden möglichst zeitnah nach den Vertragsbedingungen. Dokumentiere die betroffenen Stellen mit Fotos und notiere Datum, Ablauf und erste Maßnahmen. Bewahre beschädigte Teile und Belege auf, soweit das praktikabel und sicher ist. Beauftrage größere Reparaturen nicht vorschnell, wenn der Versicherer den Schaden zunächst besichtigen möchte. Notwendige Sofortmaßnahmen zur Schadenminderung sollten trotzdem nicht unnötig verzögert werden.

Mach gegenüber dem Versicherer vollständige und wahrheitsgemäße Angaben. Bei einer Ablehnung, Kürzung oder unklaren Begründung kannst du um eine nachvollziehbare schriftliche Erläuterung bitten. Bei hohen Schäden oder einem rechtlichen Streit kann unabhängige Beratung sinnvoll sein.

Kosten im Überblick

Versicherungsbeiträge lassen sich nicht seriös als fester Betrag angeben. Sie unterscheiden sich nach Region, Gebäude, Nutzung, Bauweise, Zustand, Umfang des Schutzes und Marktlage. Auch Selbstbeteiligung, Versicherungssumme, Vorschäden und die versicherten Naturgefahren können eine Rolle spielen.

Die Kosten steigen häufig, wenn ein Gebäude groß oder besonders ausgestattet ist, ein erhöhtes Schadenrisiko aufweist oder umfassende Zusatzleistungen eingeschlossen werden. Eine höhere Selbstbeteiligung kann den Beitrag senken, bedeutet im Schadenfall aber mehr Eigenkosten. Eine billigere Police kann zudem weniger Gefahren abdecken oder niedrigere Entschädigungsgrenzen haben.

Hole mehrere Angebote mit denselben Gebäudedaten ein. Vergleiche das Preis-Leistungs-Verhältnis und frage bei bestehenden Policen nach, bevor du kündigst. Bei einem Wechsel sollte geklärt sein, wann der neue Schutz beginnt und ob keine Deckungslücke entsteht.

Typische Fehler

  • Wohngebäude-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung als austauschbar zu behandeln.
  • Anzunehmen, Starkregen, Überschwemmung und Rückstau seien automatisch mitversichert.
  • Anbauten, Modernisierungen, Vermietung oder längeren Leerstand nicht zu melden.
  • Nur den Beitrag zu vergleichen und Ausschlüsse oder Entschädigungsgrenzen zu übersehen.
  • Von einer Versicherung auszugehen, ohne schriftlich zu prüfen, ob Photovoltaik, Wärmepumpe, Garage oder Nebengebäude dazugehören.
  • Nach einem Schaden wichtige Belege zu entsorgen oder den Ablauf nicht zu dokumentieren.
  • Eine Police zu kündigen, bevor der Beginn des neuen Versicherungsschutzes geklärt ist.

Wann ist fachkundige Beratung nötig?

Lass dir den Schutz fachkundig erklären, wenn du ein Mehrfamilienhaus besitzt, ein Grundstück vermietest, eine größere Baumaßnahme planst oder mehrere Policen ineinandergreifen. Das gilt auch, wenn der Versicherer einen Schaden ablehnt, Leistungen kürzt oder sich auf eine Pflichtverletzung beruft.

Für die Auswahl oder Bewertung eines Versicherungsvertrags kann eine unabhängige Versicherungsberatung oder die Verbraucherzentrale helfen. Bei rechtlichen Streitigkeiten, etwa über Haftung, Mietnebenkosten oder Ansprüche nach einem Schaden, kann eine qualifizierte Rechtsberatung erforderlich sein. Nachbarrechtliche und baurechtliche Vorgaben unterscheiden sich teils nach Bundesland und Kommune. Eine allgemeine Information ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls.

Häufige Fragen

Welche Versicherung ist für Hausbesitzer am wichtigsten?

Für Eigentümer:innen eines Hauses ist die Wohngebäudeversicherung häufig der zentrale Schutz für das Gebäude. Ob sie ausreicht, hängt davon ab, welche Gefahren und Gebäudeteile eingeschlossen sind. Elementarschadenschutz, Hausrat und Haftpflicht decken andere Risiken ab und sollten getrennt geprüft werden.

Ist eine Wohngebäudeversicherung gesetzlich vorgeschrieben?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer Wohngebäudeversicherung besteht nicht. Kreditgebende können jedoch im Rahmen einer Finanzierung einen Versicherungsschutz verlangen. Prüfe außerdem, welche vertraglichen Vorgaben für dein Darlehen oder deine Immobilie gelten.

Sind Schäden durch Starkregen immer versichert?

Nein. Starkregen kann je nach Ursache und Vertrag unter unterschiedliche Regelungen fallen. Überschwemmung oder Rückstau sind häufig nur mit Elementarschadenschutz eingeschlossen. Lies die Bedingungen und prüfe, ob Selbstbeteiligungen oder besondere Schutzpflichten gelten.

Brauche ich als Eigentümer:in einer Eigentumswohnung eine eigene Gebäudeversicherung?

Das Gemeinschaftseigentum ist häufig über eine von der Wohnungseigentümergemeinschaft abgeschlossene Gebäudeversicherung geschützt. Welche Teile und Risiken umfasst sind, steht in den Unterlagen der Gemeinschaft. Eine eigene Hausratversicherung schützt deine persönlichen Gegenstände und ist davon zu unterscheiden.

Kann ich Versicherungsbeiträge auf Mieter:innen umlegen?

Das kann für bestimmte umlagefähige Betriebskosten und unter den geltenden Voraussetzungen möglich sein. Entscheidend sind unter anderem Mietvertrag und gesetzliche Regeln. Nicht jeder Versicherungsbeitrag darf automatisch umgelegt werden. Bei einer konkreten Abrechnung ist eine unabhängige Beratung sinnvoll.

Was sollte ich nach einem Gebäudeschaden zuerst tun?

Sichere zuerst Menschen und begrenze den Schaden nur gefahrlos. Dokumentiere den Schaden, bewahre Unterlagen auf und melde ihn zeitnah nach den Vertragsbedingungen. Bei Gefahr durch Strom, Gas oder instabile Bauteile solltest du Abstand halten und zuständige Fachkräfte oder Rettungsdienste einschalten.

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Quellen & Grundlagen

  • Verbraucherzentrale
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

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