Elementarschadenversicherung: Was ist versichert?
Aktualisiert: 2026-10-08 · 7 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Elementarschadenversicherung ist meist ein Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung.
- Welche Naturgefahren versichert sind, hängt von den Vertragsbedingungen ab. Überschwemmung, Starkregen und Rückstau sind nicht automatisch in jedem Vertrag gleich geregelt.
- Die Wohngebäudeversicherung betrifft das Gebäude und fest eingebaute Bestandteile. Für Möbel und andere bewegliche Gegenstände brauchst du gegebenenfalls zusätzlichen Schutz über die Hausratversicherung.
- Selbstbeteiligung, Ausschlüsse, Pflichten zur Schadenminderung und mögliche Wartezeiten solltest du vor dem Abschluss genau prüfen.
- Nach einem Schaden gilt: Sicherheit zuerst, den Schaden dokumentieren und den Versicherer zeitnah nach den Vertragsvorgaben informieren.
Hintergrund: Was bedeutet Elementarschadenversicherung?
Der Begriff bezeichnet üblicherweise einen Versicherungsschutz für Schäden durch bestimmte Naturgefahren. Er wird häufig als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung angeboten. Manche Hausratversicherungen lassen sich ebenfalls um einen Elementarschadenbaustein erweitern.
Welche Ereignisse dazugehören, ist im Vertrag festgelegt. Häufig genannt werden Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch. Bei Starkregen kommt es darauf an, wie der Vertrag Überschwemmung und eindringendes Wasser definiert. Verlass dich deshalb nicht allein auf die Bezeichnung des Bausteins.
Die Versicherung kann nur die versicherten Sachen und Kosten umfassen, die im Vertrag vereinbart sind. Eine Gebäudeversicherung kann zum Beispiel Schäden am Haus und an fest eingebauten Teilen betreffen. Bewegliche Gegenstände wie Möbel oder Elektrogeräte gehören eher zum Hausrat. Nebenkosten für Aufräumarbeiten, Trocknung oder eine vorübergehende Unterkunft sind ebenfalls vom konkreten Vertrag abhängig.
Abgrenzung zu anderen Wasserschäden
Ein Rohrbruch oder auslaufendes Leitungswasser fällt normalerweise unter andere Versicherungsbausteine als Elementarschäden. Auch Feuchtigkeit, die allmählich eindringt, aufsteigendes Grundwasser oder Wasser, das durch ein undichtes Bauteil eintritt, ist nicht automatisch versichert. Entscheidend sind Ursache, Schadenbild und Vertragswortlaut.
Entscheidungshilfe: Welchen Schutz brauchst du?
Als Hauseigentümer:in
Prüfe zuerst, ob deine Wohngebäudeversicherung Elementarschäden bereits einschließt oder ob ein Zusatzbaustein erforderlich ist. Kläre, welche Gebäudeteile und Nebengebäude mitversichert sind. Bei Keller, Einliegerwohnung, Garage oder technischen Anlagen kann es wichtig sein, ausdrücklich nachzufragen, ob sie zum versicherten Umfang gehören.
Wenn du auch Hausrat in einem gefährdeten Bereich hast, prüfe zusätzlich deine Hausratversicherung. Ein Schutz für das Gebäude versichert nicht automatisch Möbel oder andere persönliche Gegenstände.
Als Wohnungseigentümer:in
Bei einer Eigentumswohnung kann das Gemeinschaftseigentum über eine Versicherung der Wohnungseigentümergemeinschaft abgesichert sein. Frag bei der Verwaltung oder der Gemeinschaft nach, ob Elementarschäden eingeschlossen sind und welche Gebäudeteile die Police umfasst. Dein eigener Hausrat ist davon nicht automatisch erfasst.
Als Mieter:in
Für Schäden am Gebäude ist grundsätzlich die Eigentümerseite zuständig; ob und wie eine Gebäudeversicherung besteht, kannst du bei der Vermietung erfragen. Für deine Möbel und persönlichen Gegenstände prüfst du den eigenen Hausratvertrag. Ob ein Elementarschadenbaustein enthalten ist, steht in den Versicherungsunterlagen.
Diese Vertragsfragen solltest du klären
- Sind Überschwemmung, Starkregen und Rückstau jeweils ausdrücklich aufgeführt?
- Wie definiert der Vertrag eine Überschwemmung? Muss Wasser von außen auf das Grundstück gelangen, oder sind weitere Ursachen eingeschlossen?
- Ist Rückstau aus der Kanalisation versichert, und gelten dafür besondere Voraussetzungen?
- Welche Gebäudeteile, Nebengebäude und Gegenstände sind eingeschlossen?
- Welche Selbstbeteiligung gilt je Schadenfall?
- Gibt es Ausschlüsse, besondere Sicherheitsauflagen oder eine Wartezeit?
- Welche Kosten für Aufräumen, Trocknung, Reparatur oder Unterkunft können übernommen werden?
- Welche Angaben zu Vorschäden oder zum Gebäude musst du machen?
Lass dir unklare Punkte schriftlich erklären. Ein ähnlicher Name des Versicherungsbausteins bedeutet nicht, dass zwei Verträge denselben Umfang haben.
Schritt für Schritt: So prüfst du deinen Versicherungsschutz
- Unterlagen zusammensuchen. Nimm die aktuelle Police, die Versicherungsbedingungen und mögliche Nachträge zur Hand. Ältere Unterlagen können einen inzwischen geänderten Schutz beschreiben.
- Versicherte Sachen zuordnen. Notiere, ob es um Gebäude, Hausrat oder beides geht. Bei einer Eigentumswohnung frag zusätzlich nach dem Schutz des Gemeinschaftseigentums.
- Naturgefahren abgleichen. Suche in den Bedingungen nach Überschwemmung, Starkregen, Rückstau und den weiteren aufgeführten Gefahren. Prüfe jeweils die Definitionen und Ausschlüsse.
- Selbstbeteiligung und Pflichten prüfen. Achte auf die Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung, Anforderungen an Rückstauschutz oder andere Sicherungen sowie Regeln zur Schadenminderung.
- Lücken gezielt ansprechen. Wenn dein Keller, eine Garage oder dort gelagerter Hausrat wichtig ist, frag nach diesen Punkten ausdrücklich. Bitte um eine verständliche schriftliche Antwort.
- Angebote vergleichbar machen. Wenn du wechselst oder neu abschließt, vergleiche nicht nur den Beitrag. Stelle Deckung, Selbstbeteiligung, Ausschlüsse und versicherte Kosten gegenüber.
Der Schutz beginnt nicht zwingend sofort nach einer Anfrage oder einem Abschluss. Prüfe den vereinbarten Versicherungsbeginn und mögliche Wartezeiten. Eine bereits absehbare Gefahr solltest du nicht als sicher versicherbar voraussetzen.
Was tun nach einem Elementarschaden?
Bring dich und andere zuerst in Sicherheit. Betritt überflutete Räume nicht, wenn elektrische Anlagen oder Geräte unter Wasser stehen könnten. Folge im Zweifel den Anweisungen der Einsatzkräfte und betätige keine elektrischen Schalter in einem gefährdeten Bereich.
Wenn es gefahrlos möglich ist, dokumentiere Schäden mit Fotos oder Videos, bevor du aufräumst. Sichere beschädigte Gegenstände und Rechnungen, soweit das ohne Gefahr möglich ist. Verhindere weitere Schäden nur mit sicheren Maßnahmen. Entsorge nichts und beauftrage größere Reparaturen nicht vorschnell, bevor du mit dem Versicherer geklärt hast, welche Nachweise oder Freigaben benötigt werden. Melde den Schaden nach den Vorgaben deines Vertrags zeitnah und notiere, wann und mit wem du gesprochen hast.
Kosten und Aufwand
Die Beiträge unterscheiden sich je nach Lage, Bauart und Zustand des Gebäudes, versichertem Umfang, Selbstbeteiligung und Einschätzung des Risikos durch den Versicherer. Auch Vorschäden und besondere Sicherungsmaßnahmen können eine Rolle spielen. Je nach Standort und Vertragsbedingungen kann der Abschluss schwieriger sein oder der Beitrag deutlich variieren.
Vergleiche mehrere Angebote mit möglichst gleichen Leistungen. Ein niedrigerer Beitrag kann mit einer höheren Selbstbeteiligung, engeren Definitionen oder zusätzlichen Ausschlüssen verbunden sein. Frage vor dem Abschluss nach, ob Schutz für deine konkrete Situation angeboten wird und ab wann er gilt. Förderbedingungen oder Versicherungsangebote können sich ändern; plane sie nicht als fest zugesagte Leistung ein.
Typische Fehler
- Nur auf den Begriff „Elementarschaden“ vertrauen: Lies die Definitionen und Ausschlüsse im Vertrag.
- Gebäude- und Hausratschutz verwechseln: Prüfe getrennt, ob das Gebäude und deine beweglichen Gegenstände abgesichert sind.
- Starkregen mit Überschwemmung gleichsetzen: Welche Starkregenschäden dazugehören, kann von der vertraglichen Definition abhängen.
- Rückstau übersehen: Kläre, ob Rückstau eingeschlossen ist und ob bestimmte Sicherungen verlangt werden.
- Nur den Beitrag vergleichen: Selbstbeteiligung, versicherte Kosten und Ausschlüsse beeinflussen den tatsächlichen Schutz.
- Vorschäden oder Risikofragen ungenau beantworten: Mach vollständige und richtige Angaben. Bei Unsicherheit lass dir erklären, welche Informationen benötigt werden.
- Nach einem Schaden zu früh entsorgen oder reparieren: Dokumentiere den Zustand und kläre mit dem Versicherer, was vor einer Sanierung zu beachten ist.
Wann sollte ein Fachbetrieb kommen?
Bei Wasserschäden geht es nicht nur um die Versicherung. Lass elektrische Anlagen, Heizungs- oder Haustechnik sowie tragende oder sichtbar beschädigte Bauteile fachlich prüfen, bevor sie wieder genutzt oder verdeckt werden. Bei großen Wassermengen, durchnässten Bauteilen oder anhaltender Feuchtigkeit kann ein Fachbetrieb den Schadenumfang und den Trocknungsbedarf beurteilen.
Wenn Wasser in der Nähe elektrischer Anlagen steht, betritt den Bereich nicht. Bei akuter Gefahr wende dich an den zuständigen Notdienst. Für Fragen zum Versicherungsschutz sind der Versicherer oder eine unabhängige Beratungsstelle geeigneter als ein Handwerksbetrieb.
Häufige Fragen
Ist eine Elementarschadenversicherung Pflicht?
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zum Abschluss besteht nicht. Ob ein Kreditgeber oder eine andere vertragliche Vereinbarung bestimmte Versicherungen voraussetzt, musst du im jeweiligen Vertrag prüfen.
Reicht eine Wohngebäudeversicherung aus?
Nicht unbedingt. Elementarschäden sind häufig ein zusätzlicher Baustein. Prüfe in deiner Police, ob er tatsächlich eingeschlossen ist und welche Naturgefahren er umfasst. Hausrat ist außerdem nicht automatisch über den Gebäudeschutz versichert.
Sind Schäden durch Starkregen immer versichert?
Nein, darauf solltest du dich nicht verlassen. Entscheidend ist, wie dein Vertrag Starkregen, Überschwemmung und eindringendes Wasser definiert und welche Ausschlüsse gelten. Lass dir den Schutz für deine konkrete Situation bestätigen.
Ist Grundwasser mitversichert?
Das hängt vom Vertrag und davon ab, wie das Wasser in das Gebäude gelangt ist. Grundwasser, das von unten eindringt oder ansteigt, ist nicht automatisch eingeschlossen. Prüfe die Bedingungen und frag beim Versicherer nach.
Was sollte ich bei einer Eigentumswohnung prüfen?
Kläre mit der Verwaltung oder der Wohnungseigentümergemeinschaft, ob das Gemeinschaftseigentum gegen Elementarschäden versichert ist. Für deinen persönlichen Hausrat brauchst du gegebenenfalls eigenen Schutz. Achte auch darauf, welche Selbstbeteiligung und Schadenabwicklung für die Gemeinschaft gelten.
Quellen & Grundlagen
- Verbraucherzentrale
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