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Haus sanieren: Maßnahmen, Reihenfolge und Kosten

Aktualisiert: 2026-10-06 · 13 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion

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Baumaterialien und Maßband in einem hellen Raum während der Sanierung
KurzantwortWenn du ein Haus sanieren möchtest, kläre zuerst den Zustand und mögliche Schäden, bevor du einzelne Maßnahmen beauftragst. Priorisiere akute Probleme wie eindringendes Wasser und sichere anschließend Gebäudehülle, Heizung und weitere Technik sinnvoll aufeinander abgestimmt. Plane Genehmigungen, Energieberatung, Angebote und ein finanzielles Polster mit ein. Die passende Reihenfolge und die Kosten hängen vom Gebäude, dem Sanierungsziel und dem Umfang der Arbeiten ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Starte mit einer Bestandsaufnahme: Zustand, Schäden, Energieverbrauch, Technik und deine Ziele gehören zusammen betrachtet.
  • Beseitige zuerst akute Risiken und Ursachen für Folgeschäden, etwa eindringende Feuchtigkeit oder eine unsichere Anlage.
  • Plane Maßnahmen gewerkeübergreifend. Arbeiten an Dach, Fassade, Fenstern und Heizung beeinflussen sich gegenseitig.
  • Hole vor größeren Aufträgen mehrere vergleichbare Angebote ein. Kläre außerdem, ob Genehmigungen, Förderbedingungen oder Beschlüsse nötig sind.
  • Eigenleistungen eignen sich vor allem für risikoarme Arbeiten. Elektroinstallation, Gas, tragende Bauteile und Schadstoffe gehören in fachkundige Hände.

Was bedeutet es, ein Haus zu sanieren?

Sanieren heißt, ein Gebäude oder einzelne Bauteile instand zu setzen, Schäden zu beheben oder den Zustand zu verbessern. Dazu können Arbeiten an Dach, Fassade, Fenstern, Heizung, Leitungen und Innenräumen gehören. Eine Sanierung kann auf mehrere Jahre verteilt sein oder in einem zusammenhängenden Bauabschnitt stattfinden.

Davon zu unterscheiden sind Instandhaltung und Modernisierung. Bei der Instandhaltung wird der vorhandene Zustand erhalten, etwa durch das Erneuern einer beschädigten Dachdeckung. Eine Modernisierung verbessert Eigenschaften des Hauses, zum Beispiel den Energieverbrauch oder den Nutzungskomfort. In der Praxis überschneiden sich die Begriffe häufig.

Es gibt keinen Maßnahmenplan, der für jedes Haus passt. Entscheidend sind Bauzustand, Bauweise, bisherige Umbauten, Nutzung und Budget. Auch ein grundsätzlich sinnvoller energetischer Schritt kann ungeeignet oder verfrüht sein, wenn zuerst ein Feuchteschaden oder ein anderes bauliches Problem gelöst werden muss.

Ziele und Umfang festlegen

Bevor du Angebote einholst, solltest du festhalten, was die Sanierung erreichen soll. Typische Ziele sind:

  • Schäden beseitigen und den weiteren Verfall verhindern
  • Energieverbrauch und Wärmeverluste verringern
  • Heizung oder technische Anlagen erneuern
  • Räume an veränderte Anforderungen anpassen
  • den Werterhalt unterstützen oder das Haus auf einen Verkauf vorbereiten
  • Arbeiten bündeln, damit Bauteile nicht kurz darauf wieder geöffnet oder verändert werden müssen

Nicht jedes Ziel lässt sich gleichzeitig und mit jedem Budget erreichen. Trenne deshalb notwendige Arbeiten von sinnvollen Verbesserungen und optionalen Wünschen. Lege außerdem fest, ob du das Haus während der Arbeiten bewohnst und welche Einschränkungen möglich sind.

Ein Sanierungsfahrplan kann helfen, einzelne Schritte über einen längeren Zeitraum zu ordnen. Er ersetzt weder die Prüfung konkreter Schäden noch eine Planung für die Ausführung. Bei umfassenden Vorhaben lohnt es sich, frühzeitig eine unabhängige Energieberatung oder eine geeignete Fachplanung einzubeziehen.

Zustand des Hauses prüfen

Unterlagen und Nutzungsgeschichte sammeln

Suche vorhandene Pläne, Rechnungen, Wartungsnachweise und Unterlagen zu früheren Umbauten zusammen. Notiere, wann Dach, Fenster, Heizung, Leitungen und andere wichtige Bauteile zuletzt erneuert oder geprüft wurden. Auch Informationen zu früheren Wasserschäden und Reparaturen können für die Einschätzung wichtig sein.

Fehlende Unterlagen sind kein Grund, Arbeiten zu stoppen. Sie bedeuten aber, dass bestimmte Bauteile vor einer Entscheidung genauer untersucht werden müssen. Verlasse dich nicht allein auf mündliche Angaben oder auf den Eindruck, ein Bauteil sehe äußerlich in Ordnung aus.

Auffälligkeiten systematisch erfassen

Gehe das Haus vom Dachboden bis zum Keller und von außen nach innen durch. Halte Beobachtungen mit Fotos und Notizen fest. Achte zum Beispiel auf:

  • Feuchte Stellen, Wasserflecken, modrigen Geruch oder sichtbaren Schimmel
  • beschädigte Dachziegel, auffällige Anschlüsse oder Wasser an Dachrinnen und Fallrohren
  • Risse, Verformungen oder klemmende Türen und Fenster
  • abblätternde Beschichtungen, lockere Fassadenteile oder beschädigte Fugen
  • ungewöhnliche Geräusche, häufige Ausfälle oder sichtbare Schäden an technischen Anlagen
  • deutliche Unterschiede zwischen Räumen, etwa bei Zugluft oder Temperatur

Diese Beobachtungen helfen beim Sortieren, liefern aber keine sichere Ferndiagnose. Ein Riss kann verschiedene Ursachen haben; sichtbare Feuchtigkeit kann von außen eindringen oder im Gebäude entstehen. Bei möglichen Schäden solltest du Verlauf und Ausmaß dokumentieren und keine Ursache ohne Prüfung voraussetzen.

Energie und Technik einordnen

Prüfe verfügbare Verbrauchsabrechnungen und Wartungsunterlagen. Ein einzelner hoher Verbrauch beweist nicht, dass ein bestimmtes Bauteil schadhaft ist. Nutzung, Wetter, Einstellungen und Zustand der Anlage spielen ebenfalls eine Rolle.

Bei größeren energetischen Vorhaben kann eine fachkundige Bestandsaufnahme zeigen, wo Energie verloren geht und welche Maßnahmen zusammenpassen. Sie hilft auch, spätere Entscheidungen zur Heizung nicht losgelöst von Dämmung, Fenstern und Lüftung zu treffen.

Welche Sanierungsmaßnahmen kommen infrage?

Der konkrete Bedarf ist individuell. Die folgenden Bereiche geben eine Orientierung, aber keine pauschale Empfehlung, alles zu erneuern.

Dach und oberste Geschossdecke

Am Dach können Schäden an der Eindeckung, Anschlüssen, Entwässerung oder Dämmung auffallen. Auch die oberste Geschossdecke kann für die energetische Planung relevant sein. Ob eine Reparatur genügt oder eine umfassendere Erneuerung sinnvoll ist, hängt von Zustand und Aufbau ab.

Dacharbeiten in der Höhe sind keine geeignete Eigenleistung. Sichtkontrollen vom sicheren Standort aus sind möglich; auf das Dach zu steigen oder Bauteile eigenständig zu öffnen, kann gefährlich sein und weitere Schäden verursachen.

Fassade und Außenwand

Eine Fassadensanierung kann Reparaturen, neue Beschichtungen oder Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes umfassen. Vor einer Dämmung müssen Untergrund, Feuchteverhältnisse, Anschlüsse und der Zustand angrenzender Bauteile betrachtet werden. Ungeeignete Anschlüsse können Feuchteprobleme begünstigen.

Bei älteren Gebäuden können in Bauteilen Schadstoffe enthalten sein. Bevor Beschichtungen abgeschliffen, Platten entfernt oder Bauteile aufgebrochen werden, sollte geklärt sein, ob eine Schadstoffprüfung erforderlich ist.

Fenster und Außentüren

Undichte oder beschädigte Fenster können Zugluft und Wärmeverluste verursachen. Manchmal reichen Wartung, Einstellung oder der Austausch einzelner Dichtungen; manchmal ist eine Erneuerung sinnvoll. Dabei müssen auch Wandanschlüsse und das Lüftungskonzept berücksichtigt werden.

Neue Fenster sollten nicht isoliert betrachtet werden: Werden sie deutlich dichter, kann sich das Feuchteverhalten im Haus verändern. Das bedeutet nicht, dass neue Fenster grundsätzlich problematisch sind, sondern dass die Lüftung und die Anschlüsse fachgerecht geplant werden müssen.

Heizung und Warmwasser

Bei der Heizung sind Zustand, Alter, Wartung, Regelung und Wärmebedarf des Gebäudes wichtig. Eine neue Anlage sollte nicht allein nach der vorhandenen Leistung ausgewählt werden. Wenn die Gebäudehülle verändert wird, kann sich der Wärmebedarf ändern. Deshalb sollten Heizung und geplante Dämmmaßnahmen zeitlich und fachlich aufeinander abgestimmt werden.

Arbeiten am Kessel, an Gasleitungen oder an Heizungsanlagen unter Druck sind keine sichere Eigenleistung. Du kannst Anzeigen ablesen, Fehlermeldungen notieren und den Zustand beobachten. Eingriffe und Reparaturen müssen Fachleute übernehmen.

Elektrik, Wasser und Abwasser

Bei älteren oder mehrfach umgebauten Häusern kann es sinnvoll sein, den Zustand von Leitungen und Anschlüssen prüfen zu lassen. Eine Erneuerung kann besonders dann eine Rolle spielen, wenn Wände und Böden ohnehin geöffnet werden. Elektroarbeiten an der festen Installation und Arbeiten an Gas-, Trinkwasser- oder Abwasseranlagen sollten fachgerecht geplant und ausgeführt werden.

Keller und Feuchtigkeit

Feuchte Kellerwände können unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem eindringendes Wasser, defekte Leitungen oder Feuchte aus dem Innenraum. Bevor du eine Abdichtung oder Beschichtung beauftragst, sollte die Ursache geprüft werden. Eine Maßnahme, die nur die sichtbare Oberfläche behandelt, kann das eigentliche Problem bestehen lassen.

Bei Feuchte und Schimmel findest du im Themenbereich Sanieren & modernisieren weitere Hinweise zur ungefährlichen Erstprüfung und zur Frage, wann eine fachliche Untersuchung nötig ist.

Sinnvolle Reihenfolge bei der Sanierung

Eine gute Reihenfolge verhindert, dass neue Arbeiten kurz darauf wieder beschädigt oder unnötig teuer verändert werden. Die folgende Abfolge ist ein Orientierungsrahmen; bei akuten Schäden muss sie angepasst werden.

1. Gefahren und akute Schäden klären

Prüfe zuerst, ob Wasser eindringt, Bauteile instabil wirken oder eine technische Anlage eine Gefahr darstellen könnte. Bei Gasgeruch, Brandgeruch, sichtbaren Schäden an der Elektroinstallation oder Anzeichen für eine statische Gefährdung gilt: Abstand halten und zuständige Fachleute beziehungsweise im Notfall den Notdienst verständigen. Versuche nicht, riskante Ursachen selbst zu beheben.

2. Bestand und Sanierungsziel festlegen

Sammle Unterlagen, erfasse sichtbare Auffälligkeiten und kläre, welche Arbeiten zwingend anstehen. Lass unklare oder möglicherweise schwerwiegende Schäden untersuchen, bevor du dich auf eine bestimmte Lösung festlegst.

3. Maßnahmen und Abhängigkeiten planen

Ordne die Arbeiten nach Dringlichkeit und Abhängigkeiten. Wenn etwa Fassade oder Dach erneuert werden sollen, müssen Anschlüsse, Dämmung und spätere Leitungswege mitgedacht werden. Die Erneuerung der Heizung kann von einem veränderten Wärmebedarf abhängen. Eine abgestimmte Planung vermeidet, dass Gewerke einander behindern.

4. Genehmigungen, Zuständigkeiten und Förderung prüfen

Je nach Vorhaben können baurechtliche Vorgaben, Genehmigungen, Schutzauflagen oder Anforderungen an die Ausführung relevant sein. Die Regeln unterscheiden sich zum Teil nach Bundesland und Kommune. Kläre dies bei der zuständigen Behörde oder mit der planenden Fachperson, bevor du mit Arbeiten beginnst.

Wenn du Fördermittel prüfen möchtest, informiere dich vor Beauftragung über die jeweils geltenden Bedingungen. Anforderungen und Programme können sich ändern. Stelle sicher, dass geplante Arbeiten und Zeitplan zu den aktuellen Vorgaben passen.

5. Angebote einholen und Aufträge vergleichen

Beschreibe den geplanten Leistungsumfang möglichst konkret und bitte mehrere Betriebe um vergleichbare Angebote. Prüfe, welche Arbeiten, Materialien, Nebenleistungen und Entsorgung enthalten sind. Achte auch auf Ausschlüsse, mögliche Zusatzarbeiten, Zeitplanung und Zuständigkeiten an den Schnittstellen verschiedener Gewerke.

Ein besonders knappes Angebot ist nicht automatisch das günstigste Gesamtangebot. Unklare Positionen solltest du vor Auftragserteilung schriftlich erläutern lassen.

6. Arbeiten koordinieren und dokumentieren

Lege fest, wer die Arbeiten koordiniert und wer Entscheidungen bei unerwarteten Befunden trifft. Halte Änderungen, Absprachen, Fotos und wichtige Unterlagen fest. Bei umfangreichen Vorhaben kann eine unabhängige Baubegleitung sinnvoll sein.

7. Ergebnisse prüfen und Unterlagen aufbewahren

Lass ausgeführte Arbeiten nachvollziehbar dokumentieren. Bewahre Rechnungen, Produkt- und Wartungsunterlagen sowie Informationen zu den ausgeführten Leistungen auf. Bei technischen Anlagen ist wichtig, dass Bedienung, Wartung und gegebenenfalls erforderliche Prüfungen klar sind.

Was zuerst? Dringlichkeit und Nutzen abwägen

Nicht jede Maßnahme hat dieselbe Priorität. Hilfreich ist eine Einteilung in drei Gruppen:

Priorität Typische Beispiele Vorgehen
Akut Aktiver Wassereintritt, Ausfall einer wichtigen Anlage, möglicher Sicherheitsmangel Ursache zeitnah fachlich klären und Schaden begrenzen lassen
Notwendig Verschlissene Bauteile, wiederkehrende Störungen, absehbarer Erneuerungsbedarf Planen, Angebote vergleichen und Folgeschäden berücksichtigen
Verbessernd Komfort, Energieeffizienz oder optische Erneuerung ohne akuten Defekt Mit anderen Arbeiten abstimmen und nach Budget priorisieren

Die Einordnung hängt vom Einzelfall ab. Eine kleine Undichtigkeit kann zum dringenden Problem werden, wenn dadurch Bauteile durchnässen. Umgekehrt bedeutet ein hoher Energieverbrauch nicht automatisch, dass ein bestimmtes Bauteil sofort ausgetauscht werden muss.

Selbst machen oder Fachleute beauftragen?

Eigenleistung kann Kosten und Wartezeiten beeinflussen, ist aber nicht in jedem Fall sinnvoll. Entscheidend sind Risiko, erforderliche Fachkenntnis, mögliche Folgeschäden und die Frage, ob Eigenleistung Förderbedingungen oder Gewährleistung berührt.

Für Laien kommen eher risikoarme Arbeiten infrage, wenn Zustand und Aufgabe klar sind, etwa einfache Wartung oder eine Sichtkontrolle vom sicheren Standort aus. Bei Arbeiten an tragenden Bauteilen, Dächern, Gas, Heizungsanlagen unter Druck, Elektroinstallationen oder möglichen Schadstoffen solltest du nicht selbst eingreifen.

Auch scheinbar einfache Arbeiten können riskant werden, wenn Bauteile geöffnet, Leitungen beschädigt oder Abdichtungen verändert werden. Wenn du nicht sicher weißt, was hinter einer Oberfläche liegt, hole vor dem Eingriff fachlichen Rat ein.

Kosten im Überblick

Die Kosten einer Sanierung hängen stark vom Gebäude, der Region, dem Zustand, dem Material und der Marktlage ab. Auch Zugänglichkeit, notwendige Nebenarbeiten und die Zahl der beteiligten Gewerke wirken sich aus. Deshalb lässt sich aus der Bezeichnung „Haus sanieren“ keine verlässliche Gesamtsumme ableiten.

Die Kosten steigen häufig deutlich, wenn nicht nur sichtbare Oberflächen, sondern auch Unterkonstruktionen, Anschlüsse oder Leitungen erneuert werden müssen. Unerwartete Schäden, Schadstofffunde, aufwendige Gerüste und Arbeiten im bewohnten Haus können den Aufwand ebenfalls erhöhen. Einzelne Reparaturen sind meist überschaubarer als eine umfassende Erneuerung mehrerer Bauteile; technische Komplettmaßnahmen oder Eingriffe in die Gebäudehülle können deutlich umfangreicher sein.

Für eine bessere Einschätzung:

  • Trenne notwendige Reparaturen von zusätzlichen Verbesserungen.
  • Lass unklare Schäden vor der Angebotsphase untersuchen.
  • Vergleiche mehrere Angebote mit gleichem Leistungsumfang.
  • Frage nach möglichen Zusatzarbeiten und wie deren Freigabe erfolgt.
  • Plane einen finanziellen Puffer für nicht erkennbare Befunde ein.
  • Prüfe Fördermöglichkeiten frühzeitig und direkt anhand der geltenden Bedingungen.

Hole bei größeren Vorhaben mehrere Angebote ein. Regionale Unterschiede, Auslastung und Objektbedingungen können die Kosten spürbar beeinflussen. Pauschale Preisangaben helfen deshalb nur selten bei der tatsächlichen Budgetplanung.

Förderungen und rechtliche Rahmenbedingungen

Für bestimmte energetische Maßnahmen können Förderprogramme von BAFA oder KfW infrage kommen. Ob ein Vorhaben förderfähig ist, hängt von den aktuellen Programmbedingungen und der konkreten Maßnahme ab. Förderbedingungen können sich ändern. Prüfe sie daher vor Auftragserteilung und berücksichtige, ob eine Beratung oder Antragstellung vor Beginn der Arbeiten erforderlich ist.

Das Gebäudeenergiegesetz enthält Anforderungen, die bei bestimmten Bau- und Sanierungsvorhaben relevant sein können. Welche Regeln für dein Vorhaben gelten, hängt unter anderem von der Maßnahme und dem Gebäude ab. Bei Fragen zur Anwendbarkeit solltest du fachkundige Beratung oder die zuständige Stelle einbeziehen.

Auch baurechtliche Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Veränderungen an tragenden Teilen können zusätzliche Prüfungen und Zustimmungen nötig sein. Bei Eigentumswohnungen können außerdem Beschlüsse der Wohnungseigentümergemeinschaft erforderlich sein, wenn Gemeinschaftseigentum betroffen ist.

Hinweis für Mieter:innen

Mieter:innen sollten Schäden und Sanierungsbedarf dem Vermieter oder der Hausverwaltung melden und keine größeren baulichen Veränderungen ohne Zustimmung beauftragen. Wer eine Reparatur bezahlen muss, hängt von Ursache, Vertrag und rechtlicher Situation ab. Eigentümer:innen einer Wohnung sollten bei Arbeiten am Gemeinschaftseigentum die Verwaltung und die zuständigen Beschlusswege einbeziehen.

Typische Fehler

  • Einzelmaßnahmen ohne Gesamtplan beauftragen: Dadurch können Fenster, Dämmung und Heizung schlecht aufeinander abgestimmt sein.
  • Nur sichtbare Symptome behandeln: Eine neue Beschichtung behebt nicht zwangsläufig die Ursache von Feuchtigkeit oder Schäden.
  • Angebote mit unterschiedlichem Umfang vergleichen: Prüfe, ob alle Anbieter dieselben Leistungen und Nebenarbeiten kalkulieren.
  • Folgekosten und Zugänglichkeit übersehen: Gerüste, Entsorgung, Schutzmaßnahmen oder die Wiederherstellung geöffneter Oberflächen können den Aufwand erhöhen.
  • Förderung erst nach Auftragserteilung prüfen: Maßgeblich sind die jeweils geltenden Bedingungen und Fristen.
  • Risikoarbeiten selbst übernehmen: Fehler an Elektrik, Gas, Abdichtung oder tragenden Teilen können Menschen gefährden und Folgeschäden verursachen.
  • Keinen Zeitpuffer einplanen: Unerwartete Befunde und die Abstimmung mehrerer Gewerke können den Ablauf verändern.

Wann ist ein Fachbetrieb nötig?

Hol fachkundige Unterstützung, wenn Schäden wiederkehren, ihre Ursache unklar ist oder größere Bauteile betroffen sind. Das gilt besonders bei Feuchtigkeit, Rissen mit Veränderungen, Schäden an Dach oder Fassade sowie bei Auffälligkeiten an tragenden Bauteilen.

Eine Elektrofachkraft ist für Arbeiten an der festen Elektroinstallation zuständig. Arbeiten an Gasleitungen, Kesseln und Heizungsanlagen unter Druck gehören ebenfalls in fachkundige Hände. Bei möglichen Schadstoffen sollte vor dem Öffnen oder Bearbeiten betroffener Bauteile eine geeignete Prüfung erfolgen. Für statische Fragen ist ein Statiker oder eine entsprechend qualifizierte Fachperson erforderlich.

Bei umfassenden Sanierungen können Energieberatung, Planung und Baubegleitung helfen, Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Kläre vorab, welche Leistungen konkret erbracht werden und wer die Verantwortung für Planung, Koordination und Ausführung übernimmt.

Häufige Fragen

Kann ich ein Haus Schritt für Schritt sanieren?

Ja, viele Vorhaben lassen sich über mehrere Bauabschnitte verteilen. Wichtig ist, dass die Reihenfolge zu den Abhängigkeiten der Bauteile passt. Akute Schäden und Arbeiten, die spätere Maßnahmen beeinflussen, solltest du früh berücksichtigen. Eine übergreifende Planung kann verhindern, dass du Bauteile doppelt bearbeitest.

Was sollte ich zuerst sanieren?

Zuerst sollten Gefahren und Schäden geklärt werden, die sich verschlimmern oder andere Bauteile beeinträchtigen können. Danach folgen Bestandsaufnahme und Planung. Ob Dach, Heizung, Fenster oder ein anderer Bereich Priorität hat, lässt sich erst anhand des konkreten Zustands entscheiden.

Muss ich vor der Sanierung eine Energieberatung beauftragen?

Nicht für jede einzelne Reparatur. Bei umfassenden energetischen Maßnahmen kann eine qualifizierte Beratung jedoch helfen, den Wärmebedarf, die Gebäudehülle und die Heizung gemeinsam zu betrachten. Wenn du Fördermittel nutzen möchtest, prüfe frühzeitig, ob bestimmte Beratungs- oder Verfahrensschritte verlangt werden.

Wie viele Angebote sollte ich einholen?

Bei größeren Aufträgen ist es sinnvoll, mehrere Angebote mit möglichst gleichem Leistungsumfang zu vergleichen. So erkennst du eher, welche Leistungen enthalten sind und wo Annahmen oder Ausschlüsse voneinander abweichen. Bei spezialisierten oder dringenden Arbeiten kann die Auswahl kleiner sein; dokumentiere dann besonders genau, warum du dich für ein Angebot entscheidest.

Kann ich während der Sanierung im Haus wohnen bleiben?

Das hängt von den Arbeiten und ihrer Lage ab. Bei Arbeiten an Dach, Heizung, Wasser oder Elektro kann es zeitweise zu Einschränkungen kommen. Frage vor Auftragserteilung, welche Räume oder Anschlüsse betroffen sind, wie Staub und Lärm gehandhabt werden und ob das Haus während bestimmter Bauphasen nutzbar bleibt.

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Quellen & Grundlagen

  • Verbraucherzentrale
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  • KfW
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG)

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