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Altbau sanieren: Der komplette Leitfaden

Aktualisiert: 2026-10-06 · 13 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion

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Altbauzimmer mit sichtbaren Holzbalken und frisch verputzten Wänden
KurzantwortWenn du einen Altbau sanieren möchtest, solltest du zuerst den Zustand des Gebäudes und deine Ziele klären. Prüfe Feuchtigkeit, Dach, Fassade, Fenster, Haustechnik und mögliche Schadstoffe. Plane anschließend die Maßnahmen als zusammenhängendes Konzept: Schäden und Sicherheit zuerst, danach Gebäudehülle und Technik, zuletzt Oberflächen. Bei Statik, Schadstoffen, Elektro- und Gasarbeiten brauchst du Fachleute. Kosten und mögliche Förderungen hängen stark vom Gebäude und Umfang ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lass den Zustand des Hauses prüfen, bevor du Gewerke beauftragst oder Bauteile öffnest. So fallen Schäden, Abhängigkeiten und mögliche Schadstoffe früher auf.
  • Lege fest, ob du vor allem Schäden beseitigen, den Energieverbrauch senken, den Wohnkomfort verbessern oder das Gebäude umfassend erneuern möchtest.
  • Plane zusammenhängende Arbeiten gemeinsam. Dach, Fassade, Fenster, Lüftung und Heizung beeinflussen sich gegenseitig.
  • Kläre Genehmigungen, mögliche Vorgaben für ein Denkmal und Förderbedingungen, bevor du mit der Ausführung beginnst.
  • Überlasse Eingriffe in Statik, Elektro- und Gasinstallationen, Heizkessel sowie Arbeiten mit möglichen Schadstoffen qualifizierten Fachleuten.

Was bedeutet Altbau sanieren?

Eine Sanierung behebt Schäden oder verbessert den Zustand eines bestehenden Gebäudes. Dazu können Arbeiten am Dach, an der Fassade, an Fenstern, Leitungen, Heizung oder Innenräumen gehören. Eine Modernisierung verbessert zusätzlich Eigenschaften wie Energieeffizienz, Sicherheit oder Nutzbarkeit. Im Alltag werden die Begriffe oft gemeinsam verwendet.

Was sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Baujahr ab. Entscheidend sind der aktuelle Zustand, frühere Umbauten, die verwendeten Materialien und deine Ziele. Ein altes Haus kann gut erhalten sein; ein jüngeres Gebäude kann dagegen bereits erhebliche Mängel haben. Deshalb sollte die Planung vom konkreten Haus ausgehen und nicht von einer pauschalen Liste typischer Altbauarbeiten.

Vorab hilft eine klare Zielsetzung:

  • Gibt es akute Schäden, etwa ein undichtes Dach oder feuchte Bauteile?
  • Soll der Energiebedarf sinken oder die Wärmeversorgung erneuert werden?
  • Möchtest du Grundriss, Barrierearmut oder technische Ausstattung verändern?
  • Wie lange soll die Sanierung dauern, und kannst du währenddessen im Haus wohnen?
  • Welche Arbeiten sind finanziell und organisatorisch realistisch?

Bestandsaufnahme: Erst verstehen, dann planen

Eine sorgfältige Bestandsaufnahme ist die Grundlage für die Entscheidung über Umfang und Reihenfolge. Sammle Pläne, Rechnungen, frühere Gutachten und Informationen zu bereits durchgeführten Umbauten. Halte außerdem fest, wann und wo Probleme auftreten: etwa bei Regen, nach dem Heizen oder nur in bestimmten Räumen.

Gebäude und sichtbare Schäden prüfen

Gehe das Haus systematisch durch und dokumentiere den Zustand mit Notizen und Fotos. Achte unter anderem auf:

  • Dach, Dachentwässerung und sichtbare Schäden an der Fassade;
  • feuchte Stellen, muffigen Geruch, Schimmel oder wiederkehrende Wasserflecken;
  • Risse, Verformungen oder klemmende Türen und Fenster;
  • Zustand und Alter von Fenstern, Türen und Bodenaufbauten;
  • Heizungsanlage, sichtbare Leitungen und bekannte Störungen;
  • Hinweise auf frühere Reparaturen oder provisorische Lösungen.

Eine Sichtprüfung zeigt Hinweise, aber keine sichere Ursache. Feuchte Stellen können zum Beispiel durch eindringendes Wasser, ein Leck, Kondensat oder andere Ursachen entstehen. Risse lassen sich ebenfalls nicht allein anhand eines Fotos beurteilen. Bei anhaltenden oder zunehmenden Auffälligkeiten ist eine fachliche Untersuchung sinnvoll.

Schadstoffe mitdenken

In älteren Gebäuden können Materialien vorkommen, die bei Beschädigung oder Ausbau gesundheitsschädliche Fasern oder Stäube freisetzen. Dazu können je nach Bauzeit und Umbaugeschichte beispielsweise bestimmte Bodenbeläge, Kleber, Dämmstoffe oder Beschichtungen zählen. Das Alter des Hauses allein reicht nicht aus, um ein Material sicher einzuordnen.

Verdächtige Materialien nicht anschleifen, herausbrechen, bohren oder selbst beproben. Wenn Arbeiten anstehen, die solche Bauteile beschädigen könnten, sollte vorab eine fachkundige Schadstofferkundung klären, wie weiter vorzugehen ist. Auch ältere Anstriche oder Stäube sollten nicht ohne Prüfung als harmlos behandelt werden.

Fachleute passend auswählen

Für eine erste Gesamtplanung kann eine unabhängige Energie- oder Bauberatung helfen. Je nach Vorhaben kommen außerdem Architekt:innen, Tragwerksplaner:innen, Fachplaner:innen und spezialisierte Handwerksbetriebe infrage. Wichtig ist, dass die beauftragte Person Erfahrung mit dem konkreten Gebäudetyp und der jeweiligen Fragestellung hat.

Bei größeren Vorhaben sollte klar sein, wer die Gewerke koordiniert, wer die Ausführung überwacht und wie Änderungen dokumentiert werden. Ein einzelner Kostenvoranschlag ersetzt keine Bestandsaufnahme und keinen abgestimmten Leistungsumfang.

Ziele festlegen und Maßnahmen priorisieren

Nicht jedes Haus braucht eine Komplettsanierung. Teile der Arbeiten lassen sich aufteilen, andere sollten wegen technischer Abhängigkeiten gemeinsam geplant werden. Eine einfache Priorisierung hilft, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.

1. Gefahren und akute Schäden

Zuerst kommen Schäden, die sich ausweiten oder die Sicherheit beeinträchtigen können: zum Beispiel Wassereintritt, Schäden an tragenden Bauteilen, unsichere elektrische Anlagen oder auffällige Abgasprobleme. Bei akuter Gefahr den betroffenen Bereich nicht weiter nutzen und geeignete Fachleute beziehungsweise im Notfall die zuständige Stelle kontaktieren.

2. Ursachen statt Symptome beheben

Eine überstrichene Wasserstelle beseitigt keine undichte Leitung. Eine neue Innenverkleidung löst kein Feuchteproblem, wenn die Ursache bestehen bleibt. Vor der kosmetischen Reparatur muss deshalb geklärt werden, woher der Schaden kommt und ob weitere Bauteile betroffen sind.

3. Gebäudehülle und Wärmeversorgung zusammen betrachten

Wer Fenster, Dämmung oder Heizung erneuert, sollte die Auswirkungen auf das Gesamtsystem berücksichtigen. Eine verbesserte Gebäudehülle verändert den Wärmebedarf. Neue Fenster können außerdem beeinflussen, wie Feuchtigkeit und Luftwechsel im Gebäude funktionieren. Das bedeutet nicht, dass jede Maßnahme gleichzeitig erfolgen muss; die Wechselwirkungen sollten aber vorab in der Planung auftauchen.

4. Komfort, Nutzung und Oberflächen

Wenn grundlegende Schäden und technische Abhängigkeiten geklärt sind, lassen sich Grundrissänderungen, zusätzliche Ausstattung und Oberflächenarbeiten sinnvoller planen. So sinkt das Risiko, fertiggestellte Bereiche später wieder öffnen zu müssen.

Eine Prioritätenliste kann jede Maßnahme nach vier Fragen ordnen: Ist sie dringend? Behebt sie eine Ursache oder nur ein sichtbares Symptom? Hängt sie von anderen Arbeiten ab? Kann sie später ohne größere Mehrkosten nachgeholt werden?

Reihenfolge einer Altbausanierung

Die passende Reihenfolge ist vom Gebäude abhängig. Als Orientierung bietet sich folgende Abfolge an:

  1. Ziele und Rahmen klären: Nutzung, Budgetrahmen, Zeitplan, Bewohnbarkeit und gewünschte energetische Verbesserung festlegen.
  2. Bestand untersuchen: Gebäude, Technik und bekannte Schäden dokumentieren; bei Bedarf gezielte Untersuchungen beauftragen.
  3. Rechtliches und Förderfragen prüfen: Genehmigungspflichten, Denkmalschutz, aktuelle Anforderungen und Förderbedingungen vor der Vergabe klären.
  4. Gesamtkonzept und Planung erstellen: Maßnahmen, Schnittstellen, Ausschreibungen und Zuständigkeiten abstimmen.
  5. Schutz und Rückbau organisieren: Schadstoffe vorher erkunden lassen; Baustellenbereiche sichern und Rückbau fachgerecht planen.
  6. Schäden und konstruktive Arbeiten erledigen: Dazu können etwa Arbeiten an Entwässerung, Dach oder tragenden Bauteilen gehören. Statische Eingriffe gehören in fachkundige Hände.
  7. Gebäudehülle und technische Anlagen koordinieren: Dämmung, Fenster, Lüftung, Heizung und Leitungsarbeiten aufeinander abstimmen.
  8. Innenausbau und Oberflächen fertigstellen: Erst wenn Leitungen, Anschlüsse und erforderliche Prüfungen abgeschlossen sind.
  9. Funktion kontrollieren und Unterlagen sichern: Abnahmen, Prüfprotokolle, Produktunterlagen und Rechnungen geordnet aufbewahren.

Diese Reihenfolge ist kein starres Rezept. Wenn beispielsweise eine Heizung ausfällt oder Wasser eindringt, kann eine dringende Reparatur vorgezogen werden. Trotzdem sollte die Sofortmaßnahme nach Möglichkeit in die spätere Gesamtplanung passen.

Wichtige Bereiche der Altbausanierung

Dach und Dachentwässerung

Am Dach sind Zustand der Eindeckung, Anschlüsse, Unterdach, Entwässerung und gegebenenfalls Dämmung zu betrachten. Ein einzelner sichtbarer Schaden kann Wasser in andere Bauteile gelangen lassen. Die Kontrolle vom Boden aus ist unproblematisch; auf das Dach zu steigen ist wegen Absturzgefahr keine geeignete Selbsthilfe.

Wenn eine Dachsanierung geplant ist, sollten Anschlüsse und Durchdringungen sowie mögliche spätere Arbeiten an Dämmung oder Solartechnik mitgedacht werden. Ob und welche Anforderungen gelten, hängt vom Vorhaben und den geltenden Regeln ab.

Fassade, Dämmung und Feuchtigkeit

Vor einer Fassadendämmung müssen Untergrund, Feuchteursachen, Anschlüsse und der Zustand des Mauerwerks geklärt werden. Eine Dämmmaßnahme ist kein Ersatz für die Beseitigung von eindringendem Wasser. Auch Sockel, Fensterlaibungen, Dachanschlüsse und auskragende Bauteile können für die Planung wichtig sein.

Bei Innendämmung sind Aufbau und Feuchteverhalten besonders sorgfältig zu planen. Unsachgemäße Schichten können Feuchteprobleme begünstigen. Material und Ausführung sollten deshalb zum Gebäude passen und fachlich geplant werden.

Fenster und Außentüren

Beim Austausch zählen nicht nur Wärmeschutz und Bedienkomfort. Auch Anschlussdetails, Einbausituation, Lüftung und die übrige Gebäudehülle spielen eine Rolle. Vor der Vergabe sollte feststehen, wer Ausbau, Einbau, Abdichtung und erforderliche Folgearbeiten übernimmt.

Klemmt ein Fenster lediglich oder ist eine Dichtung verschmutzt, kann eine einfache Prüfung genügen. Bei Fäulnis, eindringendem Wasser, Schäden am Rahmen oder unklaren Anschlussproblemen ist eine genauere Begutachtung sinnvoll.

Heizung, Warmwasser und Lüftung

Die Wahl einer neuen Wärmeversorgung sollte sich am Gebäude und am geplanten Sanierungsumfang orientieren. Dazu gehören der Zustand der vorhandenen Anlage, Wärmebedarf, Platz, Leitungsnetz und mögliche Anpassungen an Heizflächen. Ein Kesseltausch sollte nicht isoliert von geplanten Arbeiten an Dach, Fassade und Fenstern entschieden werden.

Arbeiten am Kessel, an Gasleitungen und an druckführenden Teilen sind keine Laienarbeit. Anzeigen und Betriebsunterlagen darfst du ablesen; bei Störungen, Leckverdacht oder Fehlermeldungen solltest du die Anlage nicht öffnen oder eigenmächtig verändern. Lüftungskonzepte sind besonders wichtig, wenn die Gebäudehülle wesentlich dichter wird.

Elektro- und Wasserleitungen

Alte Leitungen können den heutigen Nutzungsanforderungen nicht entsprechen oder Schäden aufweisen. Ob sie erneuert werden müssen, lässt sich nicht zuverlässig allein am Alter erkennen. Eine Elektrofachkraft kann Zustand, Schutzmaßnahmen und notwendigen Umfang beurteilen. Arbeiten an der festen Elektroinstallation und am Sicherungskasten gehören in fachkundige Hände.

Bei Wasserleitungen zählen neben sichtbaren Lecks auch Material, Zustand, Wasserqualität und geplante Umbauten. Vor dem Schließen von Wänden sollten Leitungsführung und erforderliche Prüfungen dokumentiert sein.

Grundriss und Innenräume

Wände zu versetzen oder Öffnungen herzustellen kann Statik, Leitungen, Brandschutz und Genehmigungen berühren. Auch eine Wand, die nicht tragend wirkt, sollte vor einem Eingriff geprüft werden. Erst nach Klärung dieser Punkte sollten Innenausbau und Oberflächen beauftragt werden.

Genehmigungen, Denkmalschutz und rechtliche Fragen

Ob eine Baugenehmigung nötig ist, hängt von Art und Umfang der Arbeiten sowie den örtlichen Vorschriften ab. Eine Änderung der Nutzung, ein größerer Eingriff in die Konstruktion oder eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbilds kann andere Anforderungen auslösen als eine einfache Instandsetzung. Die zuständige Bauaufsichtsbehörde kann Auskunft zum konkreten Vorhaben geben.

Bei einem geschützten Gebäude gelten möglicherweise zusätzliche Vorgaben. Kläre frühzeitig mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde, welche Arbeiten und Materialien zulässig sind. Auch scheinbar kleine Änderungen an Fenstern, Fassade oder Dach können relevant sein.

Energetische Anforderungen und Förderbedingungen können sich ändern und sind vom Vorhaben abhängig. Prüfe die jeweils geltenden Informationen, bevor du Aufträge verbindlich vergibst oder mit Arbeiten beginnst. Für Förderanträge können bestimmte Voraussetzungen und Zeitpunkte gelten. Verlasse dich daher nicht auf ältere Informationen oder eine mündliche Zusage.

Bei rechtlichen Fragen zu Nachbarrecht, Genehmigungen, Verträgen oder Gewährleistung gibt es außerdem Unterschiede zwischen Bundesländern und Einzelfällen. Allgemeine Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Bei Streit oder hohen finanziellen Folgen können eine zuständige Behörde, eine Verbraucherzentrale oder ein Fachanwalt weiterhelfen.

Altbau selbst sanieren oder Fachleute beauftragen?

Einfache, risikoarme Arbeiten können handwerklich versierte Personen selbst übernehmen, wenn sie den Umfang sicher einschätzen können. Dazu können etwa das Dokumentieren sichtbarer Schäden, das Reinigen zugänglicher Flächen oder kleinere nicht sicherheitsrelevante Arbeiten gehören. Beachte dabei Herstellerangaben und vermeide Eingriffe in unbekannte Bauteile.

Für die folgenden Bereiche solltest du keine Anleitung zur Eigenarbeit als Ersatz für Fachkenntnis verstehen:

  • tragende Bauteile, Wanddurchbrüche und Änderungen an der Konstruktion;
  • Arbeiten an der festen Elektroinstallation oder im Sicherungskasten;
  • Gasleitungen, Brenner und Eingriffe an Heizkesseln;
  • druckführende Teile von Heizungsanlagen;
  • mögliche Asbest- oder andere Schadstoffmaterialien;
  • Arbeiten auf Dächern, Gerüsten oder an anderen absturzgefährdeten Stellen.

Bei Arbeiten in der Höhe sind Absturzschutz und geeignete Ausrüstung entscheidend. Eine Leiter oder ein kurzer Einsatz macht ein Dach nicht automatisch sicher. Organisiere solche Arbeiten entsprechend und beauftrage Fachleute, wenn sich die Gefahr nicht zuverlässig ausschließen lässt.

Altbau im bewohnten Zustand sanieren

Vor Baubeginn sollte geklärt werden, welche Räume wann nicht nutzbar sind, wie Staub und Lärm begrenzt werden und ob Wasser, Heizung oder Strom zeitweise abgeschaltet werden müssen. Bei Schadstoffarbeiten, starkem Staub oder Eingriffen in die Versorgung kann ein vorübergehender Auszug erforderlich sein. Plane außerdem sichere Wege und die Lagerung von Werkzeug und Material.

Bei einem vermieteten Gebäude müssen Eigentümer:innen und Vermieter:innen die Arbeiten organisieren und mietrechtliche Pflichten beachten. Mieter:innen sollten Schäden und Beeinträchtigungen zeitnah dokumentieren und die Vermietung informieren, statt eigenmächtig in die Bausubstanz einzugreifen. Rechte, Ankündigungsfristen und mögliche Ansprüche hängen vom konkreten Fall ab.

Kosten im Überblick

Die Kosten einer Altbausanierung lassen sich ohne Bestandsaufnahme nicht sinnvoll pauschal angeben. Sie hängen unter anderem ab von:

  • Größe, Bauweise und Zugänglichkeit des Gebäudes;
  • Zustand von Dach, Fassade, Leitungen und Haustechnik;
  • Umfang der Rückbau- und Entsorgungsarbeiten;
  • möglichen Schadstoffen oder verdeckten Schäden;
  • gewünschter Material- und Ausführungsqualität;
  • Zahl der Gewerke und Aufwand für Planung und Koordination;
  • regionaler Marktlage und Verfügbarkeit von Fachbetrieben.

Eine reine Reparatur oder einzelne Oberflächenarbeit ist meist deutlich weniger umfangreich als die Erneuerung mehrerer technischer Anlagen und Bauteile. Kosten steigen spürbar, wenn Bauteile erst geöffnet werden müssen, unerwartete Schäden sichtbar werden oder Schadstoffe gesondert behandelt werden müssen. Arbeiten an tragenden Teilen oder schwer zugänglichen Bereichen können zusätzlichen Planungs- und Sicherungsaufwand verursachen.

Hole für größere Gewerke mehrere vergleichbare Angebote ein. Achte darauf, dass Leistungsumfang, Material, Nebenarbeiten, Entsorgung und Ausschlüsse verständlich beschrieben sind. Ein günstiger Gesamtpreis ist schwer zu beurteilen, wenn wichtige Leistungen fehlen. Plane außerdem eine finanzielle Reserve für Unvorhergesehenes ein und aktualisiere den Kostenrahmen, sobald neue Befunde vorliegen.

Fördermöglichkeiten von BAFA oder KfW können für bestimmte Maßnahmen infrage kommen. Förderprogramme, Bedingungen und Antragsabläufe ändern sich. Prüfe die aktuellen Regeln und kläre vor Beauftragung, welche Schritte erforderlich sind.

Typische Fehler

  • Mit dem Innenausbau beginnen: Sichtbare Oberflächen werden erneuert, obwohl Feuchte oder Leitungsprobleme ungelöst sind.
  • Einzelmaßnahmen nicht abstimmen: Neue Fenster, Dämmung und Heizung werden unabhängig voneinander geplant, obwohl sie sich gegenseitig beeinflussen.
  • Schadstoffe übersehen: Bauteile werden vor einer Prüfung gebohrt, abgeschliffen oder herausgebrochen.
  • Nur den niedrigsten Angebotspreis vergleichen: Unterschiede bei Leistungsumfang und Nebenarbeiten bleiben unberücksichtigt.
  • Unvorhergesehenes nicht einplanen: Erst beim Öffnen von Bauteilen wird sichtbar, dass weitere Arbeiten erforderlich sind.
  • Förderung zu spät prüfen: Ein Auftrag ist bereits erteilt, bevor geklärt ist, welche Bedingungen für eine Förderung gelten.
  • Arbeiten ohne Zuständigkeit koordinieren: Anschlüsse zwischen Gewerken bleiben offen, und niemand fühlt sich für die Abstimmung verantwortlich.
  • Mängel nicht dokumentieren: Absprachen, Änderungen, Fotos und Prüfunterlagen gehen im Bauablauf verloren.
  • Sicherheitsrisiken unterschätzen: Eigenarbeit findet am Dach, an elektrischen Anlagen oder an verdächtigen Materialien statt.

Wann ist ein Fachbetrieb nötig?

Hol fachkundige Unterstützung, wenn Schäden größer werden, ihre Ursache unklar bleibt oder mehrere Bauteile betroffen sein könnten. Das gilt besonders bei wiederkehrender Feuchtigkeit, sichtbaren Verformungen, auffälligen Rissen, starkem Schimmelbefall oder Wassereintritt.

Eine Tragwerksplanerin oder ein Tragwerksplaner ist nötig, bevor du tragende Bauteile veränderst oder die Standsicherheit unklar ist. Für Elektroarbeiten an der festen Installation brauchst du eine Elektrofachkraft. Gasarbeiten, Eingriffe an Heizkesseln und Arbeiten an druckführenden Heizungsbauteilen gehören in die Hände dafür qualifizierter Fachbetriebe. Bei Verdacht auf Schadstoffe müssen Erkundung und Umgang fachgerecht erfolgen.

Auch bei Genehmigungsfragen, Denkmalschutz und komplexen Förderbedingungen solltest du die zuständige Behörde oder eine qualifizierte Beratung einbeziehen. Bei Angeboten oder Verträgen mit unklarem Umfang kann unabhängige Beratung helfen, bevor du dich bindest.

Häufige Fragen

Muss ich einen Altbau komplett sanieren?

Nein. Der Umfang richtet sich nach Zustand, Zielen und finanziellen Möglichkeiten. Akute Schäden und Sicherheitsfragen haben Vorrang. Einzelne Maßnahmen lassen sich schrittweise umsetzen, wenn ihre Abhängigkeiten vorher geprüft und die späteren Arbeiten mitgedacht werden.

In welcher Reihenfolge sollte ich einen Altbau sanieren?

Beginne mit Bestandsaufnahme und Planung. Danach folgen notwendige Schadens- und Sicherheitsarbeiten, anschließend abgestimmte Arbeiten an Gebäudehülle und Technik. Innenausbau und Oberflächen kommen in der Regel später. Bei einem akuten Schaden kann eine Sofortmaßnahme nötig sein.

Kann ich einen Altbau selbst sanieren?

Einfache, risikoarme Arbeiten kannst du bei ausreichendem Wissen selbst übernehmen. Statik, feste Elektroinstallation, Gas, Eingriffe an Heizkesseln, mögliche Schadstoffe und Arbeiten mit Absturzgefahr sind keine geeigneten Eigenarbeiten. Auch die Ursache eines Schadens sollte fachlich geklärt werden, wenn sie unklar ist.

Sollte ich vor der Sanierung einen Energieausweis erstellen lassen?

Ein Energieausweis ersetzt keine Bestandsaufnahme und erklärt nicht automatisch, welche Arbeiten für dein Gebäude sinnvoll sind. Für die Planung einer energetischen Sanierung kann eine individuelle Beratung hilfreich sein. Welche Nachweise erforderlich sind, hängt vom Anlass und den geltenden Regeln ab.

Gibt es Förderungen für die Altbausanierung?

Für bestimmte Maßnahmen können Förderprogramme von BAFA oder KfW infrage kommen. Förderbedingungen und Abläufe ändern sich. Prüfe deshalb die aktuellen Informationen und kläre vor einer verbindlichen Beauftragung, ob und wann ein Antrag gestellt werden muss.

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Quellen & Grundlagen

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG)
  • Umweltbundesamt (UBA)
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  • KfW

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