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Legionellen vermeiden: Was du selbst tun kannst

Aktualisiert: 2026-10-08 · 8 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion

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Warmwasserspeicher mit gedämmten Leitungen und Mischventil
KurzantwortNutze Wasserhähne und Duschen regelmäßig, damit Wasser nicht lange in den Leitungen steht. Nach längerer Abwesenheit solltest du die Entnahmestellen nacheinander mit wenig Spritzern spülen und den Wassernebel nicht einatmen. Die Temperatur der zentralen Warmwasseranlage sollte fachgerecht eingestellt und gewartet werden. Verändere die Einstellungen am Kessel oder Speicher nicht selbst. Bei selten genutzten Leitungen, auffälligem Geruch oder längerem Stillstand informierst du Vermieter:in oder Fachbetrieb.

Das Wichtigste in Kürze

  • Legionellen können sich in warmem Wasser vermehren, wenn es längere Zeit in Leitungen oder Speichern steht.
  • Regelmäßige Nutzung aller Wasserentnahmestellen hilft, Stagnation zu vermeiden. Dazu gehören auch selten genutzte Duschen und Wasserhähne.
  • Nach Urlaub oder längerer Abwesenheit solltest du abgestandenes Wasser vorsichtig austauschen. Vermeide dabei Spritzer und eingeatmeten Wassernebel.
  • Die Warmwasseranlage muss passend ausgelegt, eingestellt und gewartet sein. Änderungen an Speicher- oder Kesseleinstellungen sind keine Selbsthilfe.
  • Ein erhöhtes Risiko betrifft vor allem das Einatmen fein verteilter Wassertröpfchen, etwa beim Duschen. Wer gesundheitlich besonders gefährdet ist, sollte bei Unsicherheit ärztlichen Rat einholen.

Hintergrund

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in Wasser vorkommen können. Problematisch wird es, wenn sie sich in einer Trinkwasserinstallation stark vermehren. Dafür sind vor allem günstige Wassertemperaturen und längere Standzeiten wichtig. Leitungen, die selten genutzt werden, können deshalb eher betroffen sein als regelmäßig durchströmte Leitungen.

Eine Ansteckung erfolgt vor allem durch das Einatmen sehr kleiner Wassertröpfchen, sogenannter Aerosole. Sie können beispielsweise beim Duschen entstehen. Das Trinken von Wasser gilt nicht als der typische Übertragungsweg. Nicht jede Belastung führt zu einer Erkrankung; besonders gefährdet sind jedoch unter anderem ältere oder immungeschwächte Menschen sowie Personen mit bestimmten Vorerkrankungen.

Das Risiko lässt sich nicht allein daran erkennen, ob Wasser klar aussieht oder normal riecht. Eine verlässliche Aussage über eine mögliche Belastung liefert nur eine geeignete Untersuchung durch ein Labor. Vorbeugung bedeutet daher vor allem: Wasser nicht unnötig lange stehen lassen und die Warmwasseranlage sachgerecht betreiben.

Schritt für Schritt: Legionellen im Alltag vorbeugen

1. Wasser regelmäßig an allen Entnahmestellen nutzen

Lass Wasserhähne und Duschen in der Wohnung regelmäßig laufen. Denk auch an Gäste-WC, Keller, Nebenräume oder eine Dusche, die selten verwendet wird. Entscheidend ist, dass Wasser in den betreffenden Leitungsabschnitten ausgetauscht wird.

Bei einer Entnahmestelle, die dauerhaft nicht gebraucht wird, solltest du nicht einfach selbst Leitungen verschließen oder umbauen. Das kann die Trinkwasserinstallation beeinträchtigen. Frag bei Eigentum eine Sanitärfachkraft und bei einer Mietwohnung die Vermietung oder Verwaltung, wie die Leitung fachgerecht behandelt werden kann.

2. Nach längerer Abwesenheit abgestandenes Wasser austauschen

Nach einem Urlaub oder einer anderen längeren Abwesenheit kann Wasser in den Leitungen gestanden haben. Spüle die Entnahmestellen vor dem Duschen oder der sonstigen Nutzung nacheinander:

  1. Öffne nach Möglichkeit ein Fenster oder sorge für gute Lüftung.
  2. Stelle den Wasserstrahl zunächst schwach ein. Richte ihn so aus, dass er möglichst wenig spritzt, etwa in ein Waschbecken oder eine Wanne.
  3. Halte Abstand zur Entnahmestelle und beuge dich nicht über den Wasserstrahl. Vermeide, den entstehenden Wassernebel einzuatmen.
  4. Lass das Wasser laufen, bis frisches Wasser nachkommt. Bei Warmwasser warte, bis die Temperatur gleichmäßig warm ist; bei Kaltwasser, bis es deutlich kühl aus der Leitung kommt.
  5. Wiederhole das bei den weiteren Wasserhähnen und Duschen, die längere Zeit nicht genutzt wurden.
  6. Wenn du unsicher bist, ob die Anlage besonders lange stillstand oder mehrere Wohnungen versorgt, frag die Hausverwaltung oder einen Fachbetrieb, statt eigenständig eine umfangreiche Spülung vorzunehmen.

Benötigt: In der Regel kein Werkzeug. Lüftungsmöglichkeit und etwas Zeit reichen. Bei einer Dusche kannst du den Duschkopf zum Spülen so ausrichten, dass der Wasserstrahl in die Wanne läuft und möglichst wenig spritzt. Nimm ihn nicht auseinander, wenn das nicht ohne Werkzeug und Kraft möglich ist.

Kontrolle: Das Wasser sollte nach dem Spülen nicht mehr abgestanden wirken. Temperatur und Aussehen sind jedoch kein Nachweis dafür, dass keine Legionellen vorhanden sind.

Typische Fehler: Den Wasserhahn weit aufzudrehen, direkt neben dem spritzenden Wasser zu stehen oder die Dusche sofort auf den Körper zu richten. Auch ein kurzer Blick auf klares Wasser ersetzt keine Untersuchung.

Stopp, wenn: die Armatur undicht wird, Wasser ungewöhnlich verfärbt ist, ein auffälliger Geruch auftritt oder die Anlage nach sehr langer Stilllegung wieder in Betrieb genommen werden soll. Dann zuerst Vermietung, Verwaltung oder einen Sanitärfachbetrieb kontaktieren.

3. Duschköpfe und Strahlregler sauber halten

Ablagerungen an Duschkopf oder Strahlregler können die Reinigung erschweren und den Wasserstrahl verändern. Kontrolliere die Teile regelmäßig und entferne sichtbare Ablagerungen nach den Herstellerhinweisen. Viele Duschköpfe lassen sich ohne Eingriff in die feste Installation abnehmen und reinigen. Arbeite dabei vorsichtig und setze keine ungeeigneten Reinigungsmittel ein.

Wenn sich ein Teil nicht leicht lösen lässt, eine Dichtung beschädigt ist oder nach der Reinigung Wasser austritt, brich ab. Bei einer Mietwohnung solltest du Schäden oder notwendige Reparaturen der Vermietung melden. Bei der Reinigung geht es um Hygiene und Funktion; sie ersetzt weder die Wartung der Warmwasseranlage noch eine Trinkwasseruntersuchung.

4. Warmwasseranlage fachgerecht betreiben lassen

Bei größeren zentralen Warmwasseranlagen wird als technische Orientierung häufig eine ausreichend hohe Temperatur im Speicher und im Leitungssystem zugrunde gelegt. Bei vielen Anlagen sind etwa 60 °C am Speicher und mindestens etwa 55 °C im Zirkulationssystem ein üblicher Richtwert. Welche Einstellungen für eine konkrete Anlage gelten, hängt unter anderem von ihrer Bauart und Auslegung ab.

Verändere die Temperatur am Speicher, Kessel oder an der Heizungsregelung nicht selbst. Eine zu niedrige Einstellung kann das Legionellenrisiko begünstigen; eine zu hohe Einstellung kann Verbrühungsgefahr und unnötigen Energieverbrauch mit sich bringen. Auch eine niedrigere Temperatur am Mischventil oder an der Dusche bedeutet nicht automatisch, dass der Speicher zu kalt eingestellt ist. Lass die Anlage bei Fragen von einem Fachbetrieb prüfen.

Bei Kleinanlagen, etwa einem Durchlauferhitzer, kann die Situation anders sein als bei einem zentralen Speicher mit Zirkulationsleitungen. Eine pauschale Einstellung für alle Anlagen gibt es daher nicht.

5. Besondere Situationen klären

Wenn du längere Zeit abwesend bist, bitte gegebenenfalls eine vertraute Person, die Wasserentnahmestellen regelmäßig zu nutzen. Für eine längere Stilllegung oder Wiederinbetriebnahme sollte die zuständige Verwaltung oder ein Fachbetrieb den Ablauf festlegen. Schalte nicht ohne Rücksprache zentrale Anlagen ab und verändere keine Leitungen.

In größeren Wohngebäuden können für Betreiber zusätzliche Pflichten zur Untersuchung und Information gelten. Ob eine konkrete Anlage darunter fällt, hängt von den Umständen und den geltenden Vorgaben ab. Als Mieter:in kannst du die Vermietung oder Hausverwaltung fragen, ob es aktuelle Untersuchungsergebnisse oder Hinweise für die Nutzung gibt.

Kosten und Aufwand

Regelmäßiges Nutzen und vorsichtiges Spülen verursachen meist nur geringen Aufwand. Die Reinigung eines Duschkopfs ist ebenfalls meist eine einfache Wartungsaufgabe. Kosten entstehen eher, wenn eine selten genutzte Leitung fachgerecht angepasst werden muss, die Warmwasseranlage überprüft oder gewartet wird oder eine Wasserprobe erforderlich ist.

Wie aufwendig das wird, hängt von der Anlagengröße, dem Zustand der Leitungen, der Zugänglichkeit und dem örtlichen Aufwand ab. Bei einer Untersuchung können außerdem Probenahme und Laboranalyse eine Rolle spielen. Lass dir bei Arbeiten an der Anlage mehrere Angebote geben und kläre vorab, was genau geprüft oder verändert werden soll.

Typische Fehler

  • Warmwasser aus Energiespargründen eigenmächtig deutlich niedriger einstellen.
  • Davon ausgehen, dass klares oder geruchloses Wasser frei von Legionellen ist.
  • Nach längerer Abwesenheit die Dusche sofort auf den Körper richten.
  • Nur die häufig genutzten Armaturen spülen und selten genutzte Entnahmestellen vergessen.
  • Eine zentrale Anlage ohne Abstimmung abschalten oder selbst an Speicher, Kessel oder Leitungen arbeiten.
  • Eine sichtbare Reinigung des Duschkopfs mit einer Prüfung der gesamten Trinkwasseranlage gleichsetzen.

Wann ist ein Fachbetrieb nötig?

Eine Sanitärfachkraft sollte die Anlage prüfen, wenn Warmwasser dauerhaft nicht ausreichend warm wird, eine Zirkulationsleitung auffällig ist, eine größere Anlage lange stillgestanden hat oder Leitungen dauerhaft ungenutzt bleiben. Auch bei wiederkehrenden Problemen, einer geplanten Änderung an der Installation oder einem positiven Laborbefund ist fachliche Unterstützung erforderlich.

Bei Verdacht auf eine Belastung in einem Mehrparteienhaus informierst du die Vermietung oder Hausverwaltung. Eine Trinkwasseruntersuchung muss sachgerecht geplant und beprobt werden; eine selbst entnommene Probe kann für eine belastbare Bewertung ungeeignet sein. Wenn nach möglicher Exposition Beschwerden wie Fieber oder Husten auftreten, wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt und erwähne den möglichen Kontakt mit Wassernebel.

Hinweis für Mieter:innen

Du kannst Wasserhähne und Duschen im üblichen Rahmen nutzen und sichtbare Ablagerungen an abnehmbaren Teilen entfernen. Änderungen an zentraler Warmwasseranlage, Leitungen oder Einstellungen sind Sache der Eigentümerseite beziehungsweise der beauftragten Fachleute. Melde länger nicht genutzte Entnahmestellen, auffälliges Warmwasser oder eine längere Stilllegung der Wohnung an Vermietung oder Hausverwaltung. Wer Kosten für Prüfung oder Reparatur trägt, hängt von Ursache, Zuständigkeit und den Umständen des Einzelfalls ab.

Häufige Fragen

Hilft es, das Wasser einfach sehr heiß laufen zu lassen?

Das Spülen tauscht abgestandenes Wasser aus, ersetzt aber keine fachgerechte Einstellung oder Wartung der Anlage. Versuche nicht, Legionellen durch eigenständiges Hochdrehen der Temperatur am Kessel oder Speicher zu bekämpfen. Dabei bestehen unter anderem Verbrühungs- und Anlagenschäden als Risiken.

Muss ich nach jedem Urlaub alle Wasserhähne spülen?

Nach längerer Abwesenheit ist es sinnvoll, die Entnahmestellen zu spülen, an denen Wasser gestanden hat. Wie lange eine Abwesenheit dafür relevant ist, hängt von der Anlage und den Bedingungen ab. Spüle vorsichtig, mit wenig Spritzern und guter Lüftung. Bei einer sehr langen Stilllegung frag die Hausverwaltung oder einen Fachbetrieb nach dem passenden Vorgehen.

Kann ich Legionellen am Geruch oder Geschmack erkennen?

Nein. Wasser kann normal aussehen, riechen und schmecken, obwohl eine Belastung vorliegt. Umgekehrt beweist eine Veränderung von Geruch oder Geschmack nicht, dass Legionellen die Ursache sind. Bei auffälligem Wasser solltest du die Nutzung einordnen lassen und die zuständige Stelle informieren.

Sind Legionellen auch bei einer eigenen Wohnung ein Thema?

Ja. Entscheidend sind unter anderem Bauart und Nutzung der Warmwasseranlage, nicht allein die Eigentumsform. Bei einer zentral versorgten Wohnung ist häufig die Eigentümergemeinschaft oder Verwaltung für den Anlagenbetrieb zuständig. Bei einer eigenen Anlage solltest du Wartung und Einstellungen mit einem Fachbetrieb klären.

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Quellen & Grundlagen

  • Umweltbundesamt (UBA)
  • Verbraucherzentrale

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