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Welche Luftfeuchtigkeit ist im Keller normal?

Aktualisiert: 2026-10-06 · 4 Minuten Lesezeit · hausFAQ Redaktion

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Aufgeräumter, trockener Keller mit Steinwänden und Lüftungsgitter
KurzantwortAls grobe Orientierung gelten im Keller etwa 50 bis 65 Prozent relative Luftfeuchtigkeit als unauffällig. In einem kühlen oder unbeheizten Keller können die Werte zeitweise höher liegen. Aussagekräftiger als eine einzelne Messung ist der Verlauf über mehrere Tage. Bleibt die Luftfeuchtigkeit wiederholt deutlich über etwa 70 Prozent oder zeigen sich muffiger Geruch, feuchte Stellen oder Schimmel, solltest du die Ursache prüfen lassen.

Häufigste Ursache

Ein Keller hat oft eine andere Temperatur und Nutzung als die Wohnräume. Deshalb ist seine Luftfeuchtigkeit nicht automatisch auffällig, nur weil sie über der im Wohnzimmer liegt. Wichtig ist, ob der Wert dauerhaft erhöht bleibt und ob sich Feuchtigkeit an Wänden, Böden oder gelagerten Gegenständen zeigt.

Die relative Luftfeuchtigkeit hängt stark von der Temperatur ab: Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Kühlt feuchte Luft im Keller ab, steigt ihre relative Luftfeuchtigkeit. An besonders kalten Wandstellen kann sich dann Feuchtigkeit niederschlagen, selbst wenn der Messwert in der Raummitte weniger bedenklich wirkt.

Weitere mögliche Ursachen

Erhöhte Werte können durch Wäschetrocknen, Duschen oder häufiges Lagern feuchter Gegenstände entstehen. Auch ein Wasserschaden, eindringende Feuchtigkeit oder eine undichte Leitung kommen infrage. Im Sommer kann warme, feuchte Außenluft an kühlen Kellerwänden abkühlen und dort Kondensation begünstigen.

Ein einzelner hoher Messwert beweist keinen Bauschaden. Umgekehrt schließt ein unauffälliger Wert in der Raummitte feuchte Stellen an einer kalten Wand nicht aus.

Was kann ich selbst tun?

Für einen ersten Check brauchst du ein Hygrometer, ein Thermometer und ein Notizblatt. Ein Kombigerät zeigt Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit an.

  1. Messgerät aufstellen: Stelle es nicht direkt an eine Außenwand, ans Fenster, neben eine Heizung oder in die Sonne. Wähle einen gut durchlüfteten Platz im Raum.
  2. Werte beobachten: Notiere mehrere Tage lang Temperatur und Luftfeuchtigkeit, möglichst zu ähnlichen Tageszeiten. Miss zusätzlich nach dem Lüften oder nach dem Trocknen von Wäsche, wenn das im Keller vorkommt.
  3. Stellen prüfen: Sieh dir Ecken, Außenwände, den Boden und Bereiche hinter Regalen an. Achte auf feuchte Flecken, abblätternde Beschichtung, muffigen Geruch oder sichtbaren Schimmel. Räume Gegenstände mit etwas Abstand von kalten Außenwänden auf.
  4. Lüften passend zur Jahreszeit: Im Winter ist kurzes, kräftiges Lüften häufig hilfreich. Im Sommer solltest du nicht allein nach der Außenluftfeuchtigkeit entscheiden: Warme Außenluft kann an kühlen Kellerflächen kondensieren. Lüfte dann eher, wenn die Außenluft kühler und trockener ist als die Kellerluft. Bei Unsicherheit hilft ein Messgerät, das den Taupunkt oder die absolute Feuchte vergleicht.
  5. Ergebnis einordnen: Wiederholen sich Werte über etwa 70 Prozent oder treten Feuchtespuren auf, suche nach einer möglichen Quelle und beobachte, ob sich die Situation verändert. Dieser Wert ist ein Warnhinweis, aber keine alleinige Schadensdiagnose.

Typische Fehler: Nur einmal messen, das Hygrometer direkt an die kalte Wand stellen oder im Sommer lange lüften, obwohl die Außenluft warm und feucht ist. Auch ein Luftentfeuchter beseitigt nicht automatisch die Ursache eindringender Feuchtigkeit.

Stopp, wenn Wasser sichtbar eintritt, eine größere Fläche feucht ist, sich Schimmel ausbreitet oder der Geruch trotz Lüften anhält. Nicht über Schimmelstellen bürsten oder trocken abwischen.

Wann sollte ein Fachbetrieb kommen?

Lass die Ursache fachlich prüfen, wenn Feuchtigkeit wiederkehrt, Wände oder Boden sichtbar nass sind, sich Schimmel ausbreitet oder ein Wasserschaden nicht eindeutig geklärt ist. Je nach Befund kann ein Betrieb für Leckageortung, Bauwerksabdichtung oder Schimmelsanierung nötig sein. Bei möglichem Schimmelbefall solltest du den Bereich nicht eigenmächtig großflächig sanieren.

Was kann die Reparatur kosten?

Eine Messung oder erste Besichtigung ist meist weniger aufwendig als eine Reparatur am Gebäude. Die Kosten steigen deutlich, wenn eine Leckage gesucht, eine Abdichtung erneuert oder ein größerer Schimmelbefall saniert werden muss. Entscheidend sind Ursache, Umfang, Zugänglichkeit und Region. Hole bei größeren Arbeiten mehrere Angebote ein und lass dir die Ursache sowie den geplanten Leistungsumfang erklären.

Kann dadurch etwas beschädigt werden?

Dauerhaft hohe Feuchtigkeit kann Schimmel begünstigen und gelagerte Gegenstände, Holz oder Metall beeinträchtigen. Ob bereits ein Schaden besteht, lässt sich nicht allein aus dem Messwert ableiten. Achte deshalb auch auf Oberflächen und Geruch.

Hinweis für Mieter:innen

Wenn du wiederkehrende Feuchtigkeit, einen Wasserschaden oder Schimmel feststellst, informiere die Vermietung zeitnah und dokumentiere Messwerte sowie sichtbare Veränderungen. Größere bauliche Eingriffe darfst du nicht ohne Zustimmung veranlassen. Wer Kosten trägt, hängt unter anderem von Ursache und Verantwortlichkeit ab.

Häufige Fragen

Sind 70 Prozent Luftfeuchtigkeit im Keller zu viel?

Ein einzelner Messwert von etwa 70 Prozent reicht für eine Diagnose nicht aus. Bleibt der Wert über längere Zeit so hoch oder zeigen sich Feuchtespuren und Schimmel, solltest du die Ursache prüfen.

Ist ein kühler Keller automatisch feucht?

Nein. Kühle Temperaturen erhöhen bei gleicher Wassermenge die relative Luftfeuchtigkeit, bedeuten aber nicht automatisch, dass Wasser ins Gebäude eindringt. Entscheidend sind Messverlauf und Zustand der Oberflächen.

Hilft ein Luftentfeuchter?

Er kann die Raumluft vorübergehend trockener halten. Bei eindringendem Wasser oder einem baulichen Feuchteproblem ersetzt er jedoch nicht die Ursachenklärung.

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Quellen & Grundlagen

  • Umweltbundesamt (UBA)
  • Verbraucherzentrale

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